#002 | Hinter den Kulissen | Ulrich Frey, Genesungsbegleiter | Zwischen Krise und Kompass

Shownotes

Was ist Genesungsbegleitung?

Genesungsbegleiterinnen und Genesungsbegleiter (EX-IN, "Experienced Involvement") sind Menschen mit eigener Erfahrung psychischer Krisen oder Suchterkrankungen, die nach einer standardisierten Qualifizierung ihr Erfahrungswissen professionell in die psychiatrische und psychosoziale Versorgung einbringen. Die Tätigkeit orientiert sich am Recovery-Konzept und verfolgt das Ziel, Selbstbestimmung, Teilhabe, Hoffnung und die individuelle Genesung von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu fördern. Die aktuelle S3-Leitlinie "Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen" der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) versteht Recovery als einen zentralen Grundgedanken moderner psychiatrischer Versorgung und berücksichtigt Peer-Support als Bestandteil recoveryorientierter psychosozialer Interventionen. ([DGPPN][1])

Die EX-IN-Ausbildung:

EX-IN ("Experienced Involvement") ist ein europaweit entwickeltes Qualifizierungsprogramm für Menschen mit eigener Krisen- oder Psychiatrieerfahrung. Das Curriculum umfasst in Deutschland in der Regel zwölf Module, Praktika, Portfolioarbeit sowie eine Abschlusspräsentation. Vermittelt werden unter anderem Recovery, Empowerment, Trialog, Krisenbegleitung, Salutogenese, Selbsterforschung und die professionelle Nutzung von Erfahrungswissen. Die Qualifizierung wird durch EX-IN Deutschland nach einem bundesweit etablierten Curriculum angeboten. ([DGPPN][1])

Weiterführende Informationen

• EX-IN Deutschland (offizielle Informationen zur Qualifizierung) https://ex-in.de

• Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): S3-Leitlinie "Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen" (AWMF-Registernummer 038-020). ([AWMF Leitlinienregister][2])

Quellen:

Gühne U, Weinmann S, Riedel-Heller SG, Becker T (Hrsg.). "S3-Leitlinie Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen". 3. Auflage. Berlin: Psychiatrie Verlag; 2025. AWMF-Registernummer 038-020. ([AWMF Leitlinienregister][2])

Idee, Moderation & Redaktion: Dr. med. Aljosha Deen Produktion & Sounddesign: Sam Jones Artwork & Gestaltung: Karo Wohlenberg

Transkript anzeigen

00:00:05: Willkommen zu am Ende.

00:00:07: Ein Podcast über maloche Erfahrungen, Gesellschaft, Bücher, Psychiatrie, Kultur und über das was Menschen wissen wenn sie ein Stück Leben sozusagen hinter sich gelassen haben.

00:00:19: Zwischendurch sprechen wir auch über ungewöhnliche Berufe im Rahmen einer Art Berufsinformationsbörse, Lebenswege und Dinge, die im Alltag oft untergehen.

00:00:27: Musik, Gedichte, Blumen, Nächte, Bahnhöfe, Psychosen, Kaffee oder warum manche Menschen morgens Porridge mit Blaubahn essen?

00:00:37: Heute starten wir bei der ersten Folge der

00:00:39: Berufsbörsen!

00:00:41: Zu Gast ist erfreulicherweise The One and Only Ulrich Frey, Genesungsbinleiter auf unserer Psychose- und Suchtstation O-XVII B in Klinikum Nord Oksenzoll.

00:00:54: Er ist Musikarex-In-Genesungsbegleiter, jemand der offen über eigene Psychose und Suchterfahrung spricht und jemand mit dem ich gestern zusammen ein Workshop auf den Suchttherapietagen Hamburg gehalten habe.

00:01:06: Die Suchtherapie Tage hatten Geburtstag die sind jetzt dreißig geworden sowie auch unser Hafen.

00:01:12: Der ist glaube ich älter als dreizig Jahre hier in Hamburg und ich freue mich ganz ganz toll und höre ich dass du da wirst!

00:01:21: Ja hallo, ich freue mich auch.

00:01:23: Danke schön!

00:01:24: Ulrich wie war dein Morgen heute?

00:01:26: Wie hat er begonnen?

00:01:27: vor allen Dingen in kulinarischer Ansicht?

00:01:29: wenn nicht fragen darf weil ich glaube wir haben eine gemeinsame Leidenschaft.

00:01:32: Mein morgen heute hat mit einer Banane begonnen Mit einem Apfel und danach mit Margarquark Milch und Kärscherlnüssen Genau sozusagen ein Mehl- und Zuckerfreis Frühstück.

00:01:49: Und gab es bei dir Heute oder auch in der letzten Woche Porridge mit Blaubern?

00:01:55: Es gab bei mir kein Porridge, sondern das Ganze höchstens als Kaltmischung.

00:02:02: Genau!

00:02:03: Und nimmst du damit Kaffee oder Tee zum Frühstück ein?

00:02:10: Zum Frühstuck trinke ich mich sozusagen wird durch alle möglichen Koffe-Inprodukte aber am Morgens ist immer eine Tasse Kaffeepflicht.

00:02:22: und habe ich richtig abgespeichert dass Du Porridge-Fanbist und Blaubärfan.

00:02:26: So wie ich?

00:02:29: Das ist richtig, ich liebe Haferflocken mit Milchprodukten... ...und ich liebe Blaubeeren damit dazu.

00:02:35: Da bin ich eindeutig ein Fan davon!

00:02:38: Und Uli darf ich fragen, wir kennen uns ja jetzt auch einige Zeit.

00:02:40: Bist du eher Frühaufstier oder spätaustier?

00:02:43: Also eher so der Eulentyp oder der Lächentyp?

00:02:47: Das is ganz witzig weil seit wir uns kenneln bin ich tatsächlich wieder ein Lächentyp sowie als ganz kleines Kind Davor im Sumpfen meiner psychischen Erkrankung war ich ganz lange ein Eulentyp.

00:02:58: und jetzt hier auf der Station, seit ich dort arbeite bin ich wieder die Särche.

00:03:05: Gestern?

00:03:06: Ich glaube es war vor dem Workshop.

00:03:08: Uli da haben wir beide gesprochen unter anderem über Musik und auch über Bücher.

00:03:14: Und du hattest zuletzt eine Buchempfehlung mir gestern gegeben, die ich ganz interessant fand.

00:03:18: Darf ich dich schon direkt danach fragen?

00:03:20: Nach dieser Buchempfehlungen ... Ich glaube es war ein Autor mit dem Vornamen Shem.

00:03:25: Die Nachnamen kann ich nicht mehr erinnern.

00:03:26: Ich habe sein Buch gelesen, dieses Einer, über das wir gesprochen hatten, über die Klinik

00:03:30: etc.,

00:03:30: weißt wie ist das noch gleich?

00:03:34: Dieses Buch, das heißt Mount Misery, genau das pseudonymes Autors Samuel Shem.

00:03:41: Eigentlich heißt er Dr.

00:03:43: Stephen Bergmann und es ist der Nachfolgeromand des Haus of God, der sich ja mit dem Klinikalltag ziemlich zynisch befasst.

00:03:54: Und jetzt wird sozusagen nochmal die Psychiatrie hochgenommen in Mount Missouri.

00:04:00: Und Uli, würdest du sagen dass im Laufe des Lebens deine Leseart, dein Leseverhalten sich verändert hat?

00:04:11: Ich würde sagen, mein Leseverhalten hat sich verändert.

00:04:15: Als Kind waren auch zunächst mal Kinderbücher dran.

00:04:19: Seit ich Teenie war dann vermutlich Chemiebüche und später jede Menge medizinische Fachbüchen.

00:04:28: Und dann im Anschluss wieder Krimis-und Romane.

00:04:32: Da stehe ich jetzt vermutlich gerade.

00:04:34: Uli, das meiste was du gerade gesagt hast.

00:04:36: Das kann ich mir super gut vorstellen jetzt auch im Anbetracht unserer gemeinsamen Zeit in der Klinik und Automeronen und auf den Kongressen usw.

00:04:43: Und aufgeheucht habe ich grad bei Chemie Wie kann man in seiner Freizeit Chemieliteratur lesen?

00:04:49: Was genau bedeutet das?

00:04:50: Meinst Du damit fachliteratur pure fachliteratur?

00:04:56: Das war sozusagen eine kinderfreundliche Fachliteratur.

00:04:59: aber ja genau am.

00:05:02: Die Wende hat in mir stattgefunden ab meinem ersten Chemiebaukasten und ab dem Moment, wo ich mein eigenes Laborenform an der Garage im Hinterhof hatte.

00:05:13: Und dann tatsächlich im Teenager Alter schon leidenschaftlicher Chemiker geworden bin und mir bei einem befreundeten alten Apotheker immer mehr Chemikalien hinzugekauft habe tatsächlich Experimentum-Experiment durchgeführt habe und ein paar Mal allerdings auch mal eine Experimente nur knapp überlebt hab.

00:05:37: Da hohe ich jetzt nochmal auf!

00:05:38: Ich hatte gerade schon zwei, drei Fragen im Kopf wobei das Überleben schlägt grad alles an meinen Fragen von der Priorität her was bedeutet dass du einer Explosion entgangen bist?

00:05:50: Ja tatsächlich hat sich das einmal in der Mitmischung angesetzt und im Reagenzglas dann auf dem Brenner gestellt.

00:05:58: Mein Bauchgefühl hat mir noch gesagt, dass ich lieber mal fünf Meter zurückgehen sollte.

00:06:03: Und das war tatsächlich wahrscheinlich auch meine Rettung, weil es gab einen ziemlichen Feuerball und das Reagenzglas danach war wohl komplett verdampft und nicht mehr aufzufinden.

00:06:13: Wie hast du danach reagiert?

00:06:18: Ja als Teenager war ich relativ sensationslustig.

00:06:22: Das heißt Ängste oder das Gefühl, gemahnt worden zu sein waren damals noch minimal ... Das war damals eher ein Empfinden von Begeisterung.

00:06:32: Hast du deswegen deine Kästen, deine Chemie-Baukästen in der Garage oder vor der Garage getauscht durch Musikbaukästen?

00:06:40: Durch Gitarren und Klaviere

00:06:42: usw.?

00:06:44: Ja tatsächlich!

00:06:47: Ich habe eigentlich ganz brav als zehnjähriger Klavier Schüler begonnen und nächstes Mal klassisches Piano gelernt bekam dann aber mit fünfzehn meine erste eigene Gitarre und hab die am Lagerfeuer auf Fahrtfindercamps gespielt.

00:07:03: Und ab da wusste ich, dass Gitarren was wunderbares und sozialisierendes ist.

00:07:09: Als ich dann achtzehn war habe ich ein paar Gleichgesinnte kennengelernt und wir hatten unser erstes

00:07:14: Bandprojekt.".

00:07:17: Und dann seid ihr auch live aufgetreten?

00:07:22: Wir sind live aufgedrehten und es waren absolutes Fiasco!

00:07:26: Es war eine Feier der sogenannte Griechenlandabend unserer Schule, da auf unserer Schule altgriechisch unterrichtet wurde und wir hatten versucht ein neugieriges Lied aufzuführen.

00:07:38: Und unsere eigene Begeisterung hat uns einen Bein gestellt vermutlich auch speziell mir das sehe ich mich verantwortlich dass ich tatsächlich dann aufgrund von zu viel Selbstzentrierungen während des Aufführens dann abgerutscht bin.

00:08:02: Ich finde es krass, dass ihr auf die Bühne gegangen seid.

00:08:05: Dass du Musik gemacht hast vor vielen Leuten und auch heute im Grunde genommen noch machst allerdings eher in leitender Funktion einer Musikgruppe auf Station richtig?

00:08:18: Ja das ist richtig.

00:08:19: ich hatte ein riesiges Glück als ich hier in Ochsenzoll ankam Und zwar habe ich mit großem Interesse an der Musikgruppen meiner Kollegin die Musiker als Bewegungstherapeutin anbietet, beigewohnt.

00:08:35: Und dann habe ich wohl sie von meinem Hobbymusikertum so sehr überzeugt das mir angeboten hat von den vier Stationen des Hauses zwei zu übernehmen als alleiniger in Anführungszeichen Musiktherapeut.

00:08:50: und jetzt bin ich tatsächlich in dieser Funktion ohne dafür qualifiziert zu sein aber Durch meine viele Erfahrungen mit Bandprojekten in der Vergangenheit und durch meine beiden gelernten Instrumente, denke ich kann nicht das tun.

00:09:06: Und wir haben da sowieso einen Fokus auf dem Druck ablassen weil ich es mit hochgradig entzügigen entgiftenden Patienten zu tun habe.

00:09:15: Da wo in erster Linie Aggressionen Impulse und Druck raus müssen.

00:09:21: Hast du das Gefühl dass Aggression, Impulse & Druck auch erfolgreich rausgelassen werden können bei dem PatientInnen?

00:09:29: Wie sind da deine Erfahrungswerte?

00:09:34: Ich denke, ein bisschen können sie das tatsächlich während der Musiktherapie verlieren.

00:09:40: Aber diese kurze-fünfundvierzigminütige Musiktheraipie ist nicht ausreichend.

00:09:47: Normalerweise als vernünftiger Patient würde ich wahrscheinlich dann zu Ruhe kommen wenn ich in der Frühmusik hätte und dann noch mal Sport bis zum Umfallen, dann nochmal einen langen Spaziergang.

00:10:00: Dann ein Warnendbad.

00:10:02: Und am Ende vielleicht wirklich eine Meditation zum Einschlafen.

00:10:07: Die Erfahrung zeigt aber, dass jetzt dem gegenübergestellte unvernünftige Patient eher Bedarf abfordert und sich wechselt ihren Les zur

00:10:15: Nacht.".

00:10:18: Wo du das, ich durfte ja auch mal beiwohnen in deiner Musikgruppe.

00:10:21: Ich durfte mal teilnehmen fand das großartig und mir hat es auch geholfen habe mich auch gerade noch einmal daran erinnert.

00:10:27: Ich kann so ein glitzekleines bisschen Noten lesen, bisschen Klimphanten auf dem Klavier oder mal einen Akkord spielen auf der Gitarre oder so aber überhaupt nichts was man vorzeigen könnte.

00:10:35: Nichts Vorzeugbares auf einer Bühne.

00:10:37: nur manchmal ist das für mich auch wie Medizin oder wie eben Therapie muss ich sagen.

00:10:45: Folge, die so ein bisschen traurig klingt und für mich selber an so manchen Tagen muss ich sagen hilft mir das total.

00:10:50: Dann einfach umzuklimpern auch wenn es immer der gleiche ist.

00:10:54: Nach einer Stunde geht's mir dann besser!

00:10:56: Das mache ich nicht oft aber wenn dann tut mir das gut.

00:10:59: Uni hat mich auch gerade noch mal daran erinnert dass sich mal als Kind in der Anfang des Zeichen... Ich glaube ich war so weiß nicht elf zwölf oder so.

00:11:07: da durfte ich ein bisschen Klavierunterricht nehmen und da hatten wir in der Aula der Grundschule bei uns im Basum in Niedersachsen hatten wir so eine Aufführung und ich war so aufgeregt.

00:11:17: Und mein Hände war n Klitsch, nass!

00:11:19: Und es waren ganz schnelle Stücke... Ich glaube das hieß irgendwas mit der schnelle Esel oder irgendwie sowas?

00:11:25: Ich kam ja auch vor wie so ein Esel, obwohl nichts gegen Esel generell.

00:11:29: Also wunderbare Tiere glaub' ich.

00:11:30: aber ähm....ich bin da ständig weggerutscht auf der auf der Klaviatur sozusagen und weiß noch dass man hat so einigermaßen verstanden und Teil meiner Familie war da.

00:11:42: die fand's ganz toll Und waren da eher erbaulich und ich weiß nur, das war irgendwie schon noch eine schwierige Erfahrung.

00:11:49: Weil ich da ständig weggerutscht bin und dachte so Mist!

00:11:51: Ich treff die Töne nicht Ja?

00:11:53: Hattest du solche Augenblicke auch schon öfter?

00:11:58: Ich wurde als Kind in die musikalische Früherziehung gesteckt also nannte sich Orfgruppe und dann mussten wir regelmäßig Aufführungen machen Und da hatte ich sehr früh schon meine ersten Kontakte mit Lampenfieber und wie man vielleicht heutzutage sagen würde, schlechten Abliefern.

00:12:16: Auch ich musste in der Klavierschülerklasse meiner ersten Klavierlehrerin dann mehrfach ... In so einer Aulerartigen Halle vorspielen.

00:12:26: Das sind mir oft auch meine verschwitzten Finger von der Klaviatur gerutscht oder meine Finger haben vor Aufregung so gezittert dass sie eine Taste daneben getroffen haben.

00:12:35: Das ist meine Zeit für die eigene Erfahrung.

00:12:38: Ich kann das so gut nahvollziehen und musste auch gerade daran denken, ich habe auch so große Achtung und Respekt vor professionellen Musikerinnen, die einfach ihr Ding runter spielen, sodass ich Fehler überhaupt nicht raushören würde als Amateur sozusagen oder als Musikliebhaber oder professioneller Zuhörerin und finde es halt beachtlich genauso wie auch... Fußballerinnen, die einfach konstant irgendwie eine Leistung bringen ohne Großfehler zu machen.

00:13:07: Und es gibt ja solche und es gibt auch solche, die irgendwie mega talentiert sind aber dann auch mal zwei drei ganz schlechte Spiele machen.

00:13:14: Ich finde es beachtig wenn jemand kontinuierlich das Ding aus Paket bringt so.

00:13:18: Genau, Uli darf ich mit dir über die Suchttherapie-Tage sprechen?

00:13:22: Gerne!

00:13:23: Wir waren gestern auf den Suchttherapietagen.

00:13:26: Die Sucht-Therapie Tage in Hamburg sind dreißig Jahre alt geworden, geleitet unter anderem von Professor Dr.

00:13:31: Ingo Schäfer und seinem Team.

00:13:33: Und wie fandest du die Atmosphäre bei den Suchtterapietagen?

00:13:39: Die Atmosphere bei den suchttherapeutagen war sehr universitär, also studentisch – das fand ich sehr sympathisch!

00:13:48: Ich muss zugeben, mich hat ein wenig wie ein Rockstar gefühlt Als ich in den knallvollen Seminarraum unseres Publikums verspätet eingezogen bin, um dort am Rednerpult Platz zu nehmen.

00:14:02: Ja, in erster Linie war das tatsächlich ein toller Switch als ehemaliger Student nun mal selber vor einem größeren Seminarraum zu stehen Und ansonsten habe ich all das Flair des Uni Campus da sehr genossen.

00:14:17: und ansonstend denke, war da eine freundliche und liebevolle Stimmung unter den anwesenden Profis.

00:14:24: Wir beide waren wieder zweimal oder dreimal bisher?

00:14:29: Wir waren da zweimal bisher!

00:14:31: Das eine Mal war es aber die Erziehungs- wissenschaftliche Fakultät, zwei tausendfünfundzwanzig... ...und diesmal war es die geisterswissenschaftliche Facultät in der wir den Raum hatten, aber beides mal Uni Hamburg.

00:14:42: Danke nochmal für die Erinnerung, für die Auffrischung und ich muss gerade auch noch mal schön zurückdenken.

00:14:47: Ich habe auch eine große Schwäche für universitäres Flair so.

00:14:51: Unis und gerne auch ein bisschen älter, auch ruhig ein bisschen runtergeranzt da.

00:14:56: Aktuell Studierende mögen mir das verzeihen aber ich bin lieber in einer schönen älteringen Uni, die auch gar nicht perfekt durchstrukturiert ist und nicht so perfekt aussieht sondern eben aus einem gewissen altertümlichen Charme hat.

00:15:09: So Richtung Bibliothek von Alexandria oder?

00:15:12: So.

00:15:14: Und als wir da gestern waren, Oli, du und ich, wir kamen dann aus diesem Seminarraum raus und es war irgendwie voll schön.

00:15:21: Sind da die Treppe runter in diesem Institut für Geisteswissenschaften?

00:15:25: Und über uns war diese Glaskuppel.

00:15:27: also das Gebäude ist komplett verkuppelt Und wenn man nach oben guckt, überall Glas.

00:15:32: Und nach unten konnten wir dann sehen dass da so drei vier fünf echte Bäume standen in einem Foyer und darunter Tische ein bisschen wie Paris flair irgendwo in der Nähe einer kleinen Gasse an der Champs Elysee oder auf dem Montmartre Hügel oder so.

00:15:50: ich fand das wunderschön kleines Café was da integriert ist und ich habe da nochmal gedacht eines Tages vielleicht werde ich doch noch mal Philosophie studieren und dann vielleicht da, who knows?

00:16:01: Es wäre irgendwie toll.

00:16:04: Hast du auch noch irgendeinen Traum den du eines Tages gerne machen würdest?

00:16:10: Ja tatsächlich... Ich habe wegen massiver psychischer Probleme in Medizinstudium abgebrochen im klinischen Studienabschnitt Am liebsten eines Tages würde ich das tatsächlich noch zu Ende bringen und ich denke da allerdings gerade über meine eigene Motivation nach.

00:16:27: ist es um mir selbst das zu beweisen oder ist es tatsächlich, um noch dientlich sein zu können.

00:16:33: Ich kenne diese Abwägung, dass man sich Fragen stellt.

00:16:36: Will ich wirklich selber einen Kaffee öffnen oder möchte es irgendjemanden beweisen?

00:16:39: Oder habe ich so eine krass romantische Vorstellung im Kopf die möglicherweise so stark ist und dann zerbrechen würde in dem Moment wenn nicht an Personalplanungen Steuern Bezahlung der MitarbeiterInnen Bestellungen gehen was wenn der Kaffe leer ist Und so weiter.

00:16:56: Und die Kundinnen da, einem die Tür einrennen und man nicht weiter weiß ... Genau!

00:17:00: Oder eben will ich es wirklich mir selbst beweisen?

00:17:03: Jemand anders beweisen oder ist das ein Herzenswunsch?

00:17:05: Das kenne ich sehr gut.

00:17:07: Wie wirst du in der Sache weiter verfahren?

00:17:12: Das Ziel was ich da so in etwa ansonsten hätte falls ich es schaffen sollte meine Approbation noch zu kriegen werde Verharzt für allgemein Medizin zu machen und zu substituieren habe ich eine ganz leichte Möglichkeit des Nachprüfens, weil ein Freund von mir an ehemaliger Kommilitone ist bereits Substitutionsarzt und ich muss ihm eigentlich nur sehr aufmerksam zuhören wenn er aus dem Arbeitsalltag berichtet.

00:17:37: Und dann weiß ich was mit blöd genauer gute Realitätsprüfung.

00:17:41: Das kann man so sagen und ich muss sagen, ich kenne dich aus vielen Teambesprechungen fachlich.

00:17:46: Bist du schon auf einem krassen Niveau?

00:17:48: So muss ich sagen!

00:17:49: Du bist eben nicht nur Genesungsbegleiter sondern du bist einfach belesen in sämtlichen Lebens- und Wissensbereichen Und das finde ich immer krass und wenn ich das einmal hier platzieren darf... Ich glaube da ganz fest an Dich und drückt dir von ganzen ganzem herzen die Daumen dass das klappt.

00:18:07: Dankeschön

00:18:10: Uli.

00:18:12: was Denkst du, haben unsere Workshop-Teilnehmenden gestern mitnimmt dürfen von uns?

00:18:21: Gestern haben unsere Workshop Teilnehmende auf jeden Fall mitnehmen dürfen.

00:18:26: Dass Obdachlosigkeit noch mit vielen alten Geschäß behaftet ist und dass da inzwischen die Welt sich aber weitergedreht hat und es da viele wissenschaftliche Erkenntnisse neu zu Obdachtlosigkeit gibt.

00:18:43: Und dann, denke ich tatsächlich durften einige und speziell eine anwesende Person kennenlernen wie sich eine akute Psychose anfühlt ohne selber jemals eine gehabt zu haben.

00:18:54: Weil wir gestern ein Flooding-Spiel gemacht haben also Flooding im Sinne von Reizüberflutung.

00:18:59: Wir haben die Reizüberflutungen der schizophrenen Psychose möglichst genau simuliert und Die Person war auch fix und fertig danach.

00:19:07: sie wird ab jetzt vermutlich einen differenzierteren Blick auf Psychotika haben.

00:19:11: Das glaube ich auch und zusätzlich muss ich sagen, haben die das echt gut gemacht.

00:19:14: Ich war auch überrascht wie die Störenden im Anfang des Zeichen, die die Aufgabe hatten, die Betroffene oder Simuliertbetroffende quasi stören sollten bei konzentrierender Aufgabe.

00:19:26: Das heißt, die betroffener oder die Person, die reizüberflutet werden sollte hatte die Aufgabe rückwärts die Monate langsam runter zu zählen Und das war gar nicht so einfach, wie man so dachte.

00:19:40: Das hat ziemlich lange gedauert während fünf, sechs, sieben Personen mit Taschenlampenfolie die raschelt und Fragen singen usw.

00:19:49: gestört und unterbrochen wurde.

00:19:52: Ich fand es auch ganz eindrücklich und fand dass alle ganz toll gemacht haben vor allen Dingen auch die Person, die da auf dem Stuhl in den Moment saß und das über sich ergehen lassen hat.

00:20:00: Da habe ich ja auch viel mitgenommen.

00:20:01: von dir habe ich auch viel Erfahrung auf einer psychose Sodstation in dem Falle, in der Klinik für Abhängigkeitserkrankungen im Klinikum Nord Ochsenzoll erzählt und wie immer hast du geliefert.

00:20:17: Voll das hat man auch gesehen.

00:20:18: die Leute hingen dir an den Lippen und kamen auch noch nachher für Fragen quasi und ich fand es ehrlich gesagt toll Oli Und ich hoffe dass da nicht ein falscher Eindruck entsteht.

00:20:29: Ich fand das toll dass dieser große Seminarraum der war voll war voll von Interessierten.

00:20:37: Und ich muss sagen, wir haben dann auch in die Runde gefragt welche Berufsbereiche denn vertreten sind und es war ein Raum der fast voller Sozialarbeiterin war.

00:20:46: Ich hatte dann einmal getroppt in dieser Runde dass sich schon sagen muss das ist jetzt aber einfach nur eine subjektive Wahrnehmung, dass ich in meinem Leben noch nie Sozialarbeiterin kennengelernt habe wo ich dachte boah voll Pfosten!

00:20:57: Und da kann ich schon in meinem Bewusstbereich sagen, dass es da eventuell mehrere gibt und mir vielleicht mit eingeschlossen.

00:21:05: Genau das soll ja jeder für sich beurteilen können sozusagen.

00:21:09: Ich fand es schon eindrücklich, dass die sich interessieren der Raum war voll und Sozialarbeit für mich die Stellen sozialarbeiterinnen garantieren nachhaltige Psychiatrie.

00:21:20: ohne Sozialarbeiterin denke gibt es keine nachhaltige Psychiatrie und Behandlungserfolge im stationellen Rahmen, können nur durch angemessenen soziale Angebote ambulant wie auch stationär dann poststationär nach der Klinikzeit garantiert und gesichert werden.

00:21:40: Und das fand ich irgendwie super eindrücklich gestern.

00:21:43: Was wir auch noch gemacht hatten gestern, war die leistungssensible Suchtherapie.

00:21:47: Wir haben so Stretchbänder von Mende Reuhe und unserer leitenden Oberärztin im Klinikum Nordoxenzoll in der Klinik für Abhängigkeitserkrankung dabei und haben dadurch demonstriert wie anstrengend das für PatientInnen sein kann, um im stationären Kontext abstinent zu bleiben Und gleichzeitig auch abstinent zu bleiben, gleichzeitig auch irgendwie mit der Psychose umgehen zu können.

00:22:13: Da mussten die Teilnehmenden dann in die Hocke gehen während sie die Stretchbänder mit ihrer Armmuskulatur versucht haben auseinanderzuhalten und sich da noch konzentrieren usw.. Und haben dann auch in dem Zusammenhang Schuld und Scham besprochen.

00:22:28: Und wie man aus diesem Teufelskreislauf von Stigmatisierung, auch durch uns – auch durch Teams die in der Psychiatrie arbeiten, wie man daraus kommen kann!

00:22:36: Und dabei spielt es du lieber Uli eine ganz, ganz wichtige Rolle.

00:22:40: Du bist Genesungsbegleiter und Genesumsbeleitung wird ja schon seit ich hoffe, ich meine das sind zwölf, fünfzehn Jahre in Deutschland gut oder vielleicht noch länger gut erforscht und ist für mich und auch für die Psychiatrielandschaft inzwischen ein wesentlicher, nicht mehr wegzudenkender Bestandteil geworden.

00:22:58: Eine wichtige Säule!

00:23:01: Oli wie würdest du dein Berufsfeld was nicht allen bekannt ist?

00:23:07: Beschreiben!

00:23:10: Mein Berufs-Feld?

00:23:12: das erste Wort was mir einfiel wäre Trialogisch.

00:23:16: Wir sind dadurch entstanden dass Angehörige und Profis und Betroffene an einem Tisch saßen und ins Gespräch gekommen sind.

00:23:27: Und noch heute moderiert unser Beruf solche Trialoge, diese dreifache Sichtweise oder der mehrfache Blick auf eine und die selbe Krankheit bzw.

00:23:49: eine und dieselbe betroffene Persönlichkeit.

00:23:52: Oder vielleicht doch einfach die Tatsache, dass wir Tofu sind weder Fleisch noch Fisch.

00:23:56: Weil wir ein bisschen auf der Seite der Profis sind und ein bisschen an der Seite betroffenen.

00:24:02: Und es gibt übrigens auch Angehörigenbegleiter, die sind unmittelbar mit unserem Beruf verwandt.

00:24:08: Die sind dann sozusagen das Ergänzende Tofu aus dem Drielog.

00:24:11: Die ist nämlich so ein bisschen Angehörege und so ein Bisschen Profis auch irgendwas dazwischen.

00:24:19: Ich muss dabei... Tofu Schmunzeln.

00:24:21: Ich liebe Tofu in verschiedenster Form, Konsistenz und in verschiedenen Geschmackrichtungen.

00:24:27: Welche Form des Tofus würdest du sagen würde Genesungsbeleidung am ersten Darstellen?

00:24:31: gebraten oder eher roh?

00:24:33: Oder angemacht mit Gewürzen?

00:24:38: Also zum Teil haben meine Kollegen manchmal ein recht durchgebratenes Gehirn aber zum Teil werden wir auch saut umangemacht.

00:24:46: Uli, Du hast oft... Wenn du auf Vorbildungen, Konkretzen etc.

00:24:51: beschreibst was du machst benutzt du oft das Wort Brücke.

00:24:55: Kannst du das näher beschreiben?

00:24:56: Welche Brücke genau meinst du damit?

00:25:03: Ja sozusagen mir fällt gerade dieses Wort Pontifex Maximus ein.

00:25:09: Wir sind natürlich kein PontifeX Maximus aber auch wir Netzwerken Und ansonsten sind wir halt eine Brücke zwischen Behandlungsteam und zwischen Patientenschaft und Patientenanliegen.

00:25:21: Das heißt, zum Teil gab es schon Gruppensprecher unter den Patienten die die Anliegen der Patientenschaft ans Team tragen sollten.

00:25:31: Und wir sind sozusagen jetzt die Mischung aus einem Gruppenschbrecher und einem Teamsprecher und sind da tatsächlich zwischen Team- und Patientenschaft so eine Art Brücke.

00:25:41: Wobei ich jetzt gemerkt habe Ich bin außerdem auch noch ne Brücke zwischen Pflege und ärztlicher Leitung was da auch ab und zu in Bezug auf unsere Aufnahmen Uneinigkeiten gibt.

00:25:54: Und es kommt unseren Patienten zugute, wenn ich auch da die Brücke

00:25:58: bin.".

00:26:00: Und diese Brücke kann man auch erleben in verschiedenen Gruppen, die du leitest.

00:26:06: Wir haben jetzt schon über die Musikgruppe gesprochen.

00:26:08: Gibt es noch eine weitere Gruppe?

00:26:10: Die du vielleicht vorstellen wollen würdest im Rahmen?

00:26:15: Es gibt doch noch die Recovery-Gruppe.

00:26:18: Das ist, glaube ich, offiziell kein geschützter Begriff.

00:26:21: Aber wird meistens mit uns Genesungsbegleiter in Verbindung gebracht und es ist eine Genesung Gruppe die entweder schon vorgeplanten Themen nach abgehalten werden kann oder so wie ich selbst das mache mit einer Eingangsbefindlichkeit versehen werden kann wo dann das Thema der aktuellen Gruppe sich spontan ausbildet.

00:26:46: Wichtig bei Genesungsgruppen ist immer, wir reden nicht über unsere Probleme sondern eher über unsere Lösungen und es ist sozusagen ein freies Teil aus der Ich-Perspektive eines jeden.

00:26:58: Jeder darf etwas sagen keiner muss etwas sagen.

00:27:02: das sind so ein paar Bestandteile unserer Genesungskruppe.

00:27:06: ansonstenes Recovery dieses Wort für Genesungen Auch ein Begriff aus der modernen sozialen Arbeit, hätte ich jetzt gesagt.

00:27:14: Auf jeden Fall im Sinne von recoveryfreundliche Einrichtungen die den Patienten Kapitän seiner Behandlung sein lassen basierend auf dessen Empowerment also dessen Selbsthilfe.

00:27:29: mal al-Yosha

00:27:31: Und Uli?

00:27:33: Ich habe manchmal so den Eindruck dass Wir viel zu wenig im Rahmen von Recovery, von Genesung über Selbstwert und über Kontrolle reden.

00:27:44: Das heißt ich habe so den Eindruck egal um welche psychische Belastungen oder Erfahrungen es geht in Krisensituationen oder wenn ein großer Leidensdruck da ist das quasi Selbstwert- und Kontrollverlust erleben immer eine Rolle spielen Fast egal, worum es geht.

00:28:02: Siehst du das auch so?

00:28:03: Und gibt es noch andere Aspekte die dir in den Gruppen auffallen, die für unsere Patientinnen wichtig sind?

00:28:12: Selbstwert und mangelnde Kontrolle über die eigenen Lebensumstände, das hätte ich so unterschrieben.

00:28:19: Das durfte ich durch Patienten und Team auch erst jetzt in meinem letzten Jahr an Ochsen zu lernen.

00:28:26: Ansonsten ... Schwierig zu sagen, was eigentlich da in meinen Gruppen die Leute so bewegt.

00:28:36: Ich habe ja so ein Subkollektiv oder wie würde man das sagen?

00:28:40: Schon eine ganz bestimmte Stichprobe sodass das auch ganz bestimmten Suchtumpsychose bezogene Dinge sind, die die Leute da bewegen weil wir eine Suchtumsychose-Station sind.

00:28:54: Manchmal die Unverträglichkeit Verschiedene Beschwerdebilder untereinander kann auch schnell mal Thema werden.

00:29:02: Ansonsten ein geliebtes Thema ist der Suchtdruck, der Essdruck... ...der Kaufdruck oder der Sextruck?

00:29:10: Der Profilierungsdruck?

00:29:13: Das ließe sich jetzt beliebig aus denen.

00:29:15: bei jeder stoffgebundenen oder nicht stoff gebundenen Sucht gibt es irgendeinen Druck das Suchtverhalten auszuüben und über diesen Druck reden wir ganz oft.

00:29:24: Und Uli wie würdest du jemandem helfen.

00:29:27: Beziehungsweise, was würdest du empfehlen?

00:29:29: Oder wie würdest Du die Gruppe moderieren wenn Du merkst boah krass da ist jemand der kann mit diesem Suchtdruck oder dem Sexdruck- oder Kaufdruck nicht mehr umgehen fühlt sich überfordert das fast läuft über und Die Person ist vielleicht verzweifelt und weiß einfach nie mehr weiter.

00:29:46: Wie hilft so eine Gruppe?

00:29:50: Jetzt muss ich ein bisschen Schleichwerbung machen weil am Es gab ja mal eine berühmte Serie von Abnehmenprodukten, die nannten sich du darfst.

00:30:01: Und ja das ist auch so meine Kernaussage in diesen Gruppen.

00:30:05: Ich sag nicht du darf's nichts und ich sage du darf es also.

00:30:08: zum Beispiel gehe ich immer mit der Einstellung ran?

00:30:11: Du darfst alles machen außer heute Nacht noch zu konsumieren.

00:30:14: nur für heute darfst du alles tun außer Konsum.

00:30:16: oder wenn du substituiert bist dann darfste nur vor heute alles tun ausser bei Konsum.

00:30:23: Das bedeutet, sei laut.

00:30:25: Schrei auf der Straße rum!

00:30:27: Wenn du Sex haben musst, dann hab' Sex sofern es jetzt nicht um Sexsucht sondern um Drogensucht geht.

00:30:32: Wenn du noch eine Rauchen gehen willst, dann geh halt eine Rauchenzulangst in reine Zigarette ist.

00:30:36: Wenn Du noch Hunger hast, dann pfünder die Küche aber versuch diesen einen Tag noch bis Du erneut schläfst und den neuen Tag gewürfelt wird.

00:30:47: Versuch einfach noch dem verlangenen Nacht zum Beispiel Kokain und Heroin nicht nachzugeben?

00:30:55: Du empowerst die Menschen.

00:30:57: Das durfte ich auch selber erleben in der einen oder anderen Gruppe, an der ich teilnehmen durfte.

00:31:02: Du empauerst!

00:31:03: Du motivierst du bewertest wenig bis gar nicht so wie ich das mitbekommen habe was ich enorm stark finde was mir selbst auch beispielsweise meinen Visiten manchmal schwer fällt Und wo wir uns auch selber als Team immer daran erinnern müssen, so hey das war vielleicht eine zu starke Bewertung und durch Bewertungen verändere ich ja oder störe in gewisser Weise auch manchmal die Therapie oder den Therapieferlauf.

00:31:25: Das gucke ich mir bei dir täglich ab und dafür muss ich dir echt danken.

00:31:32: Was ich gerade rausgehört habe du hilfst und begleitest eher Richtung realistische Lebensführung oder ein Realismus ist der falsche Begriff einer, sagen wir mal, realistischen Zielsetzungen.

00:31:50: So kurz, mittel und langfristig arbeit.

00:31:53: zu mehr habe ich den Eindruck in Microsteps mit so kleinen Schritten Oder beschützt Patientinnen oder eben die Gruppe, oder die Dynamik vor so überbordenden hohen Ansprüchen wie zum Beispiel lebenslanger Absinence etc.

00:32:09: Ist das richtig?

00:32:09: Hab ich das korrekt wiedergegeben oder würdest du dem widersprechen?

00:32:15: Das ist zum Teil richtig.

00:32:17: Vielleicht würde ich mir ab und zu noch wünschen dass mehr Leute tatsächlich komplett clean inklusive Substitut clean und trocken werden.

00:32:25: also es sind ziemlich komplet clean von allen Bewusstseins- und Stimmungsverändernden Substanzen.

00:32:32: Aber ich glaube, ich habe für meine Patienten so eine Mischung aus Liebe und auch einfach scheißegal Haltung.

00:32:39: Weil in meiner Zwölfschrittekruppe, wo ich herstammelnd durch die Ich selber clean geworden bin, sagen wir uns dass wir machtlos sind schon unsere eigenen Zucht gegenüber und umso machtloser natürlich der Sucht eines jeden anderen.

00:32:53: Das heißt, uns muss bis zu einem gewissen Grad unser Süchtiger mit Menschen auch egal sein.

00:32:58: Wir können einfach nur versuchen, uns möglichst nach Prinzipienwerten Idealen zu verhalten, möglichst gut aus guten Motiven zu verheiten und dann wird das woran wir glauben.

00:33:11: unsere höhere Macht wird dann den Rest tun sozusagen.

00:33:14: Dann können wir ins Vertrauen gehen.

00:33:16: Das heißt, das ist eine Mischung aus Liebe und Scheißegalhaltung, die ich da eigentlich habe.

00:33:20: Und wenn ich jetzt Werten im Sinne von Verurteilen oder Urteilen meinen würde dazu hätten wir auch einen Spruch.

00:33:27: Und zwar probieren Sie es ruhig mal aus, wenn sie das hören mit dem Finger auf jemandem zeigen!

00:33:34: Klassischer ausgestreckter Finger.

00:33:36: Was erleben Sie, wenn sie dann mal auf Ihre Hand schauen?

00:33:38: Richtig!

00:33:39: Drei Finger zeigen zurück auf Sie selber und das sagen wir uns dann immer am bendumlen Finger auf jemandem Zeig zeigen in dem Moment drei Finger auf dich.

00:33:47: Diese drei auf sich selbst zeigenden Finger werden oft vergessen in verschiedenen Lebensbereichen, wenn ich so an Politik, Wirtschaft etc.

00:33:54: denke Umweltschutz vorbei.

00:33:57: Genau das ist noch mein anderes Thema was ich gerne mit dir entweder bei einem Kaffee privat oder auch nochmal hier im Podcast-Ram unter die Lupe nehmen würde.

00:34:04: Uli wie kamst du überhaupt auf die Idee diesen wunderbaren und so wichtigen Beruf zu ergreifen?

00:34:09: Gab es da so ein Erweckungserlebnis?

00:34:14: Ich glaube mein Erweckerungserlebnis war dass ich in der Zwölfschrittegruppe sponsor werden durfte.

00:34:21: Sponsor ist nicht finanziell gemeint, sondern es ist ein Genesungs-Mentor.

00:34:26: Jemand, der ehrenamtlich immer wieder telefonisch und persönlich zur Verfügung steht und auch das Zwölfschritteprogramm mit seinem Schützling arbeitet.

00:34:37: Und ... Ich hab so eine Freude dran gefunden, Leute zu betreuen und vor allem aber in mir auch so einen Talent entdeckt, Leute zubetreuen und bei Problemen zuzuhören.

00:34:48: Dass ich begeistert war, dass man das Ganze auch beruflich machen kann was nicht heißen sollte, dass sich mein Ehrenamt schmeißen wollte, sondern ich wollte meinen Ehrenabend behalten.

00:34:58: aber wenn ich sehe, dass meine Fähigkeit vielleicht in dem Bereich ein bisschen liegt, wollte ich gleichzeitig noch damit meine Brötchen verdienen.

00:35:10: Das gelingt dir.

00:35:11: Nicht nur Brötchen, auch leckeren Kaffee

00:35:13: usw.,

00:35:13: wenn wir das gestern in der Bäckerei gemacht haben.

00:35:16: und Uli... Selbstvergruppen sind immer wieder ein Thema auch bei uns.

00:35:21: Du hast jetzt einmal eine Selbstverruppe erwähnt und hast über die Gruppen auf Station gesprochen, in den Visiten fragen wir oder übrigens unsere Visiten genau sind Behandlungskonferenzen.

00:35:32: das heißt dass verschiedene Berufsgruppe anwesend sind und bestenfalls ein offener Raum für Fragen entsteht einen offenen Austausch entsteht und geguckt wird wie es mit kurz mittel langfristigen Zielsetzung läuft ob Ziele vielleicht erst mal entwickelt werden müssen bei uns dann auch weitergeht auf der Psychosesuchtstation.

00:35:51: Selbsthilfegruppen, da fragen wir auch immer danach so ob Erfahrungen bestehen oder ob schon Treffen innerhalb der Therapie bei uns mit Selbsthilfegruppen geplant sind?

00:35:59: Oder auch mit Suchtberatung stellen.

00:36:01: welchen Stellenwert haben für dich selbst der Vergruppen im Kontext der psychosesuchbehandlung oder allgemein?

00:36:09: diese Selbsthilfigruppen haben für mich einen sehr hohen Stellenwert.

00:36:14: Jetzt fällt mir auf, hab ich gerade unfreiwillige Selbstverarschung betrieben.

00:36:17: Indem ich als Mil- und Zuckerfreier Mensch hier vom Brötchen verdienen gesprochen habe?

00:36:23: Genau!

00:36:24: Also in meinem Fall sollte das heißen Magerquark Obst und Salat verdienen wohl eher... Ja aber auf jeden Fall egal ob Essstörung, Selbsthilfegruppe oder Drogen-Selbsthilfe Gruppe.

00:36:35: Das ist was mich schlicht überhaupt am Leben gehalten hat wenn ich jetzt hier nur für mich spreche.

00:36:42: Ich müsste normalerweise seit sieben Jahren schon tot sein, bin aber noch am Leben und rede hier gerade mit euch.

00:36:48: Und das verdanke ich meiner Drogen-Selbsthilfegruppe.

00:36:51: Normalerweise als ich Hundertfünfzig Kilogramm auf ein Meter Achtzig gewogen habe hätte ich mich eigentlich suizidieren wollen.

00:36:58: Verdank aber meine Essstörung, Selbsthilfe-Gruppe, dass ich inzwischen deutlich weniger wiege und keinen Anlass mehr sehe, mich zu

00:37:04: suizitieren.".

00:37:06: Würdest du, Uli eine Parallele sind zwischen der Wirkung der Selbsthilfegruppe wie du sie gerade beschrieben hast auch in diesen krassen Krisensituationen mit Suzieitgedanken etc.

00:37:19: und auch mit der Wirkung die es zum Beispiel haben kann wenn man in einer Band spielt oder wenn man im Chor singt?

00:37:26: ich hoffe der Vergleich ist nicht an den Haaren herbeigezogen auf wenn ich selber relativ wenig davon habe.

00:37:31: auf dem Kopf meine ich die Haare die man jetzt nicht sehen kann.

00:37:35: Zum Glück, beziehungsweise ich bin damit voll okay und zwar weißt du was ich meine diesen Zauber wenn man mit anderen singt auch wenn es nun eine Rassel ist wie bei dir als ich da welches Instrument ich da spielen durfte.

00:37:47: aber denn ich habe irgendwas ganz Simples gemacht und dieses Simple wurde im Chor in der Band zu etwas wichtigen.

00:37:56: also ich hatte den Anno krass!

00:37:57: Ich bin ja Teil, die anderen hören meinen Instrument und wir gucken uns an versuchen uns abzustimmen Da ist eine Melodie, da schwingt was mit.

00:38:04: Was mich irgendwie empauert!

00:38:06: Ist das ein vergleichbarer Effekt?

00:38:09: Selbste für Gruppe und Coeur oder Band?

00:38:12: Siehst du da Parallelen?

00:38:15: Danke für diesen schönen Prompt, Joscha.

00:38:17: Jetzt muss ich doch noch kurz die Geschichte von Bill und Bob erzählen.

00:38:21: Die beiden gründete anonymen Alkoholiker damals in den frühen Dreißigern des letzten Jahrhunderts.

00:38:27: Und Bill war schon einen halben Jahr trocken William Griffith Wilson Das war unser Böhr, der eine Gründer der AAS.

00:38:38: Mit einem halben Jahr Trocken war er dann so vom Suchtdruck gebeutelt, dass er fast in eine Kneipe gegangen wäre.

00:38:44: und mit letzter Kraft hat er stattdessen einen lokalen Priester gebeten, ihn an einen anderen lokalem Alkoholiker zu vermitteln.

00:38:52: Und so kam es, daß er Dr.

00:38:54: Bob traf.

00:38:55: Dr.Bob waren dringender Chirurg und dann war Böh bei Dr.Bob zu Hause.

00:39:01: Und Dr.

00:39:02: Bob vermutlich ziemlich besoffen meinte dann zu Bill, ach was willst du mir denn jetzt noch helfen?

00:39:07: Ich hab's doch alles schon gehört, deine Lehren werden mich hier überhaupt nichts bringen.

00:39:12: ich werde trotzdem weiter trinken.

00:39:14: und dann hat Bill, Dr.Bob nur gefragt wie kommst du denn auf die Idee das ich dir helfen will?

00:39:20: Ich bin jetzt zu dir gekommen weil ich Hilfe von dir brauche und das war der entscheidende Satz.

00:39:26: nachdem kurze Zeit danach um Dr.

00:39:29: So viel zu diesem Prinzip.

00:39:32: Ich werde hier gebraucht, ich soll Dienst machen.

00:39:34: und noch heute sagen die anonymen Alkoholiker Einigkeit, Dienstung,

00:39:37: Genesung.".

00:39:40: Vielen Dank für diese eindrückliche Geschichte!

00:39:42: Weißt du in welchem Land das war?

00:39:46: Das war in den USA.

00:39:48: Ich kann leider nicht mehr sagen, in welchen Bundesstaat jetzt die anonymen Alkohliker entstanden sind.

00:39:54: Shame on me aber auf jeden Fall im USA, in den frühen neunzehntreißigern sind sie entstanden.

00:40:01: Ich bin mir sicher, wenn Bill und Barb Musik zusammen gemacht hätten dann wäre das ein Evergreen den wir heute immer noch rauf-und runter hören würden.

00:40:07: Richtig!

00:40:09: Ich denke tatsächlich es ist ja so gesehen auch in vielerlei Hinsicht noch einen Evergreen oder sogar mehr ist nur ein Evergreen.

00:40:17: Es ist fast eine Explosion weil was wir real erleben ist ne Explosion der zwölf Schritte Gruppen gegenwärtig jetzt im Jahr twentyzechs und zwanzig alle basierend auf dem Mutterschiff AA wie für jede Problematik inzwischen ein eigenes Zwölfschritteprogramm mit einer eigenen Zwölfschrittegemeinschaft.

00:40:37: Und das ist deswegen so interessant, weil es sich hierbei um funktionierende Anarchien handelt.

00:40:43: also Es gibt dort keine Bosse, es gibt dort keinen Profis.

00:40:47: Es gibt eine ausdrückliche Tradition die jedem verbietet zu herrschen außer dem gewissen der Gruppe und Das sind sozusagen anarchische Systeme, die im Moment wie Pilze aus dem Boden sprießen und weltweit bestens in sich funktionieren.

00:41:05: Uli es gibt so ja auch manchmal ... Gruppen gesprochen von den selbst für Gruppen und manchmal gibt es in der Arbeit eines Genesungsbegleiters, einer Genesungsbegleiterin auch schwierige Momente die ich auch selber mitbekommen durfte entweder meiner Assistenzärztlichen Zeit zum Beispiel am Universitätslinikum in Hamburg-Ebendorf wo wir erfreulicherweise auch unter der Leitung unter anderem von Professor Bock von Thomas Bock.

00:41:37: Genesungsbegleiterinnen ausgewildet haben und so weiter, nicht ich sondern das Team dort.

00:41:42: Ich durfte mitbekommen dass es Konflikte gab in Teams und die gibt es vielleicht ja auch manchmal bei uns.

00:41:51: was ist das Schwere?

00:41:53: Was sind so Herausforderungen schwierige Situationen in deiner täglichen Arbeit als Genesung Begleiter?

00:42:02: Ja was ist eigentlich das schwierigste?

00:42:05: Das Schwierigste ist wahrscheinlich, dass ich selber ja ein Psychotiker bin, der mit Psychotikern arbeitet und das auch ich an Reizen überfluten kann.

00:42:12: Das bedeutet dank Al-Yoshas Hilfe habe ich schon mal ein zusätzliches Arbeitsangebot zurückgewiesen was mich aber auch garantiert in die Mani oder Psychose zurückgebracht hätte dadurch, dass sich mich überarbeitet hätte.

00:42:27: Ansonsten leide ich manchmal auf dem Rückweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr unter Überreizung Wenn ich kurz beschreibe, dass ich schon sechs Stunden in hoher Dichte an meinem Arbeitsplatz mit Gesprächen und Reizen von allen Seiten verbringe.

00:42:44: Dann oft auf dem Klinikgelände, auf meinem Heimweg noch von dankbaren Patienten abgefangen werde die dann auch nochmal ihre Lebensgeschichte erzählen Und ich dann aber prompt in einem öffentlichen Bus zum Beispiel Lande oder in der U-Bahn, in der erst mal Kinder auf und abspringen.

00:43:01: Schreien, Hundebellen, Leute laut telefonieren, Betriebsstörungen auftreten, Krach von allen Seiten kommt – das ist oft mit einer enormen Dankbarkeit verbunden wenn ich zu Hause bin.

00:43:15: Aber das meine ich jetzt nicht als generelle Kritik an meinem Beruf sondern das wäre für mich selber gesprochen eine ganz reale Bedrohung meiner Arbeit, sozusagen schlechter Reizfilter und trotzdem eben jeden Tag das Prozessieren vieler Reize.

00:43:32: Und wenn das Fass quasi schon so voll ist und fast überläuft?

00:43:38: Wir haben da ja dieses Stressanforderungs- oder Stresswunderabilitätsmodell, das sogenannte welches symbolisiert, dass Menschen in schwierigen Situationen wenn sie wenig geschlafen haben.

00:43:48: Wenn Sie vielleicht noch eine Erkältung haben, wenn sie Stress auf der Maloche, auf der Arbeit oder eben im Privatleben haben jeder Art, dass dann das Fass manchmal überlaufen kann Patientinnen und Suizidgedanken entwickeln, in die Krise geraten, vielleicht Substanzen konsumieren

00:44:02: etc.,

00:44:03: Panikattacken entwickeln dann macht es das bestimmt nicht besser, wenn auch Konflikte zusätzlich noch im Team auftreten.

00:44:09: Also quasi Rollenkonflikte von denen man ja vielleicht gerade in der Funktion als Brücke gar nicht so gefeit ist und das machte sicherlich nicht besser.

00:44:21: Wenn sowas auftritt wäre meine erste Frage die zweite schließe ich gleich an erstmal was redest du Menschen?

00:44:28: In solchen Situationen wie kriegt man dieses Fass wieder Lehrer?

00:44:33: Ja, mein Überreizungsfass kriege ich im Prinzip durch Antipsychotika und durch vernünftigen Schlaf wieder leer.

00:44:41: Ansonsten aber zum Thema Rollenkonflikte.

00:44:44: Mir hat geholfen zur Supervision zu gehen, zur Intervision unter uns Genesungsbegleiter zu gehen bis hin... Zudem grad, dass ich mich auch telefonisch einfach in meiner Freizeit mit Genießungsbegleitungskollegen austausche.

00:44:58: Natürlich anonymisiert aber trotzdem mir alle meine Sorgen von der See rede.

00:45:03: also Ich würde sagen mein Hilfe-Netzwerk speziell aber auch super und Intervisionen kriegen dieses fast wieder Lehrer.

00:45:11: Und es stimmt natürlich Da meine Sucht-Selbsthilfegruppe auch Bestandteil meines Hilfenetzwerks ist, ich andererseits von meiner Arbeit aus aber anbiete Leute dorthin zu eskortieren.

00:45:22: Damit sie davon ebenso profitieren wie ich.

00:45:25: Dadurch habe ich manchmal mal den Rollenkonflikt.

00:45:27: Ist das jetzt eigentlich gerade ein Kumpel aus der Gemeinschaft oder ist es immer noch mein Patient?

00:45:32: Und da hat mir die Erfahrung gezeigt im Zweifelsfall ist dann immer noch meinen Patient.

00:45:37: also es kann sich rechnen wenn ich einen normalen Telefonnummernaustausch im gemeinschaftlichen Rahmen an einem Selbsthilfeabend mit Patienten mache.

00:45:47: Das kann tatsächlich zu Schwierigkeiten führen und das habe ich jetzt auf einer Supervision schon mal

00:45:52: thematisiert.".

00:45:54: Und Uli, wie ist es so mit Konflikten im Team?

00:45:59: Gibt es da – das wäre die zweite Frage – Situationen, die du ganz typisch findest, die schwierig sind in der Funktion der Rolle eines Genehmigungsbeleitern?

00:46:13: Da fällt mir tatsächlich nur ein sehr gutes Beispiel ein.

00:46:17: Was aber meine Kollegin getroffen hat und gar nicht mich selber.

00:46:21: Es ging um einen Mitarbeiter des Hauses, der unsere Berufsgruppe nicht akzeptiert weil er sie als Bedrohung für sich selbst sieht.

00:46:29: Ich selbst habe mir dann nie viel daraus gemacht, aber leider hatte ich da eine etwas anfälligere und auch jüngere Kollegin die jetzt sozusagen schon wirklich einen langen Zeitraum krank gemeldet ist.

00:46:44: Und das vielleicht unter anderem auch Konflikten zu verdanken hat, die unter andermem durch diese Person losgetreten worden sind in Verbindung ansonsten mit der Gerüchteküche wie selber vermutlich an jedem Arbeitsplatz herrscht Genau.

00:47:01: Oli, vielen Dank für diesen Teil der besonderen Berufsinformationsbörse in welchem du den Beruf des Genesungsbegleiters der Genesung Begleitung vorgestellt hast was ich total mal wieder eindrücklich fand.

00:47:15: und nun möchte ich dich fragen der Podcast dieses Podcast Format heißt am Ende Was assoziierst Du erstmal mit diesem Titel?

00:47:27: Am Ende?

00:47:28: Ja, tatsächlich die erste Assoziation wäre am Ende zu sein.

00:47:32: Also fix und fertig zu sein, völlig durch mit der Bereifung zu sein sprich überhaupt nicht mehr zu können.

00:47:38: Und ja mir wurde ja seitdem schon erklärt was in Wirklichkeit hiermit am Ende gemeint ist.

00:47:48: aber ich assoziere damit auch einen beliebten Spruch Am ende des Tages Ich glaube das passt vielleicht auch.

00:47:56: Am Ende des Tages geht es um Folgendes Doppelpunkt.

00:48:00: Und dann kommen die Essenzen das bisher erfahrenen, wenn man diesen Überleitungssatz wählt.

00:48:07: Uli.

00:48:08: und am Ende assoziiert man ja auch so ein bisschen manchmal mit dem Älterwerden, mit Erfahrungen sammeln und so.

00:48:18: Denkst du heute anders über das älter werden als früher?

00:48:24: Ich denke heute da total anders drüber.

00:48:28: Es gibt ein Song von Bob Dylan, der nennt sich My Back Pages und der Refrain lautet But I was so much older than i'm younger then at now.

00:48:36: Und genauso geht es mir seit ich mit Hilfe der Zwölfschrittegemeinschaften glaube man höhere Macht und zwar einen tragfähigen Glauben entwickelt habe.

00:48:45: Ich glaube jetzt aus tiefstem Herzen, dass der Tod nicht das Ende ist.

00:48:49: Und insofern auch wenn ich lange Erfahrungen im Leben schon hinter mir habe, dass ich überhaupt nicht am Ende bin, sondern vielleicht höchstens am temporären Ende einer Mission nach der ich zu meinem Schöpfer zurückkehre und dann eventuell auf eine neue Mission entsand werde... ...ich bin inzwischen bis auf Herzensebene davon überzeugt, dass Exitus nicht das Ende ist!

00:49:11: Insofern tatsächlich war ich früher viel älter.

00:49:15: Da war ich wie ein zu toter, verängstigter Senior.

00:49:17: Der meint, dass er sie nun bald erwischt in Form des Exitus und heutzutage bin ich dafür jünger.

00:49:24: Ich bin getragen durch den Glauben da wieder jung und sorglos wie ein Kind.

00:49:28: Und wo du den Glauben und auch Sprituelles angesprochen hast im Bezug auf dein Leben.

00:49:37: Welche Hoffnung hast du für die Zukunft?

00:49:40: Was möchtest du unseren Zuhörern denn damit geben?

00:49:46: Eigentlich habe ich meine größte Hoffnung für die Zukunft, habe ich schon genannt.

00:49:50: Nämlich dass es bald eine richtig schöne Delfinpsychiatrie für alle geben wird.

00:49:58: Dieses Wort verwende ich als kleinen Insider aus unserem Ex-In-Genesungsbegleitungskurs.

00:50:05: auf jeden Fall eine tiergestützte recovery orientierte Wunschpsychatri, die jedem Patienten und Klienten gerecht wird.

00:50:14: Und ansonsten meine größte Hoffnungsvision ist schon gerade am wahrwerden, nämlich dass es weltweit zwölf Schritte Gemeinschaften gibt die wir Pilze aus dem Boden schießen und das sind überall kleine funktionierende Anarchien.

00:50:32: Die bei aller politischer Krausamkeit im Privatleben des Menschen dafür sorgen, dass dieser Mensch niemals allein sein muss dass dieser Mensch über das teilen kann, was ihn ernsthaft emotional bewegt.

00:50:45: Das heißt insofern ist eigentlich altes grausame diktatorische und gierige, was wir aus unserer Weltpolitik mitkriegen.

00:50:53: Das ist in Wirklichkeit längst unterhört weil im Privatrahmen haben die Menschen längst auch etwas ganz anderes so wie ich wahrnehme.

00:51:03: Dabei kommen mir so viele Gedanken in den Kopf, die ich hoffentlich beim nächsten Kaffee mit dir vertiefen kann.

00:51:07: Oder vielleicht sogar an einer weiteren Podcast-Folge hier am Ende was mir eine Ehre und eine große Freude wäre.

00:51:14: Uli!

00:51:14: Was würdest du jungen Menschen bzw.

00:51:17: beruflich noch nicht zu erfahrenen Menschen mitgeben auf den Weg als Tipp wie man durchs Leben geht?

00:51:23: Wie man mitgestalten kann auch an der positiven Psychiatrie Zukunftsvision, die Du gerade genannt hast?

00:51:29: Gibt's da irgendwas, was die spontan einfällt?

00:51:31: Ein Leitsatz oder so an dem man sich orientieren könnte.

00:51:37: Keine Ahnung!

00:51:38: Also... Da gehen mir die Ideen aus, weil ich da immer nur von mir selber teilen kann.

00:51:43: und bis ich soweit war wie heute bin musste ich als Kind halt den Müttern entspielen und dann später Heroin injizieren mich solange zusaufen, bis ich fast weg war vom Fenster Parallel fürchte sich viel Wissen in mich reinstudieren.

00:51:59: Und jetzt bin ich so einer halt und rede es so daher, und hätte aber auch ganz anders kommen können.

00:52:06: Vielleicht die einzige relativ absolute Empfehlung, die ich noch hätte wäre zu vertrauen.

00:52:12: Einfach nur vertrauen!

00:52:13: Jeder glaubt dann was ganz verschiedenes.

00:52:15: Es gibt acht Milliarden verschiedene Religionen oder verschiedene Spiritualitäten hier auf dem Planeten.

00:52:22: Aber wenn ihr etwas habt an das ihr glaubt, dann vertraut auch

00:52:26: Oli, wie heißt noch gleich das Musikstück was du eben zitiert hattest als ich glaube über die Zukunft nach der Zukunft gefragt hatte mit Ich werde immer älter und fühle mich immer jünger.

00:52:41: Wie heißt es nochmal?

00:52:42: Das können wir dann quasi nochmal... das möchte ich gerne so mitnehmen hier zum Ende des Podcasts.

00:52:46: Wie heisst es noch gleich?

00:52:48: Dieses Lied hat Bob Dylan geschrieben und es nennt sich My Back Pages!

00:52:52: Ich liebe diesen Song sehr

00:52:55: Und mit diesen Worten und vielleicht auch mit der Melodie von My Backpages, ein Song den ich glaube ich nicht kenne peinlicherweise.

00:53:03: Das werde ich aber jetzt gleich direkt nachholen.

00:53:05: Uli wir sind am Ende und es war mir eine große Freude!

00:53:10: Ich bin definitiv reicher nach diesem Mut mit dir mal wieder und bedanke mich für diese.

00:53:17: Es hat mir richtig viel Spaß gemacht.

00:53:19: Ich hoffe, dass du wiederkommst in dieses bescheidene Podcaststudio und genau möchtest du noch mit irgendwas gerne schließen was auch immer dir in den Kopf kommt?

00:53:29: Das letzte Wort gehört dir!

00:53:32: Danke Aljosha, nee ich wollte nur sagen schön das es jeden gibt der das hier hört und danke Aljoscha dass es dich gibt.

00:53:39: Dankeschön

00:53:41: Vielen dank wenn euch der podcast gefällt liebende Zuhörerinnen empfiehlt ihn gerne weiter Passt auf euch auf, passen sie auf sich auf.

00:53:48: Und alles Gute bis zum nächsten Mal und bis denn!

00:53:51: Ciao ciao!

00:53:53: Tschüss.

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