#003 | Hinter den Kulissen | Stefanie Bötsch, Podcasterin & Suchttherapeutin |Verantwortung des Erzählens
Shownotes
Stefanie Bötsch:
🎙️ Podcast/Website Psychoaktiv: https://psychoaktiv.org/podcast/
Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert Am Ende, empfehlt Am Ende weiter oder… vielleicht fällt euch noch etwas anderes ein, damit die hier erzählten Geschichten Menschen erreichen.
Produktion & Sounddesign: Sam Jones Artwork: Karo Wohlenberg
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00:00:05: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Am Ende.
00:00:08: In diesem Podcast spreche ich ja mit Menschen über ihre Arbeit, ihre Lebenswege, Überürzimmer, Erfahrungen, Bücherbegegnung und die Frage was am Ende wirklich zählt.
00:00:18: Heute freue ich mich ganz besonders auf eine Gesprächspartnerin, die viele Menschen durch ihre Arbeit bereits begleitet hat manchmal durch Wissen, manchmal durch Aufklärung unbedingt zwingend ergänzend durch immer, durchwissen.
00:00:37: Stephanie Perch ist Suchtherapeutin, Autorin, Podcasterin und Gründerin vom Psychoaktiv.
00:00:44: mit ihrer Arbeit setzte sich für eine differenzierte wissenschaftliche, fundierte und zugleich auch ne menschliche Auseinandersetzung mit Sucht, Substanzkonsum und psychischer Gesundheit ein.
00:00:54: über ihrem Podcast Fortbildungen Vorträge und Veröffentlichungen erreicht sie Menschen weit über die Fachwelt hinaus.
00:01:00: Und was mich an ihrer Arbeit besonders beeindruckt, ist ihre Fähigkeit wirklich komplexe Zusammenhänge klar unverständlich zu erklären ohne dabei die Vielschichtigkeit, die Komplexität und den Anspruch der Themen zu verlieren.
00:01:15: Sie gehört für mich zu den Stimmen die schwierige gesellschaftliche Fragen nicht vereinfachen sondern ganz ganz verständlich machen für alle verständlich machen.
00:01:23: Heute möchten wir über ihren persönlichen Weg sprechen, über Suchttherapie und Wissenschaftskommunikationen, über Reisen-, Bücher- und auch gesellschaftliche Entwicklung und darüber was Menschen hilft wenn Veränderung notwendig ist.
00:01:37: Ganz herzlich willkommen Stephanie Wirtzsch!
00:01:40: Dankeschön Aljosha.
00:01:41: vielen lieben Dank auch für diese wunderbare Vorstellung.
00:01:43: ich freue mich voll dass sich hier in deinem Podcast dabei sein darf.
00:01:47: Es ist mir eine große Ehre wirklich und einen großen Dank, der gebührt auch dir zu Anfang dieses Podcasts.
00:01:52: Denn du hast mich beraten in vielerlei Hinsicht was man alles so braucht zum Podcast Leben.
00:01:58: Hast mich inspiriert oder motiviert diesen eigenen Podcast zu starten.
00:02:02: Der sub-psychiatrische Themen streift in gewisser Weise mal mehr und mal weniger Und dafür möchte ich ja von ganzem herzen danken weil Du auch ganz entscheidend bist dafür dass dieses Projekt es an den Start geht.
00:02:16: Das Thema ist so wichtig.
00:02:18: Ich finde das eine schöne Idee, also ich bin schon total gespannt auf deinem Podcast.
00:02:22: Danke!
00:02:23: Stefanie, wer ist Stefanie Birch jenseits von den Berufsbezeichnungen die ich ebenso erwähnt hatte?
00:02:31: Oh, das ist eine spannende Frage gleich zum Anfang, wir haben jetzt gedacht... Also wenn wir jetzt mal schauen so von meinen Hobbys her zum Beispiel, ich finde das zeichnet einen ja zum Einteil sehr gut aus.
00:02:45: Ich reise sehr gerne und sehr viel.
00:02:47: Ich habe insgesamt also ich bin jetzt einundreißig, hab vier Jahre bis jetzt im Ausland gelebt und kann mir das auch für die Zukunft nochmal vorstellen.
00:02:56: Hab irgendwie immer jede Möglichkeit genutzt um neue Länder kennenzulernen.
00:03:01: Das ist mir total wichtig und kämpfe da auch vor allem sehr, sehr gerne.
00:03:06: Ich habe eine sehr enge Beziehung zu meiner Familie.
00:03:10: Ich bin auf dem Bauernhof aufgewachsen.
00:03:12: Ich finde es auch noch mal eine besondere Art aufzuwachsen.
00:03:17: Man arbeitet sehr früh!
00:03:19: Also man hilft sehr viel mit.
00:03:21: Man lernt eine gewisse Haltung zu ... ne?
00:03:26: was gemacht werden muss, in sehr aktiver Art und Weise eine Familie zu gestalten.
00:03:30: Es ist irgendwie super schön gewesen auch anstrengend aber schön!
00:03:33: Und bin da einfach immer noch sehr gerne und schätze die Natur.
00:03:37: Immer wenn ich bei meinen Eltern war, schaue ich so in Frankfurt umher und denke mir, warum zahle ich so viel Geld?
00:03:42: So einer Betonwüste zu wohnen das ist ja schon auch hart.
00:03:48: Ja verbringe einfach sehr viel Zeit mit meinen Freunden und mache Dinge.
00:03:52: also auch neben meiner Arbeit passiert sehr viel
00:03:55: Und man hat ganz wunderbare Dinge.
00:03:57: Und bist du so jemanden, Stefanie?
00:03:59: Dass du auch mit dem Wetter... dass du das Wetter lesen kannst, dass du ein Mensch bist morgens wenn du siehst, dass die grauen Wolken zugezogen sind am Himmelszelt, die Vögel tief liegen, dass Du genau warst, der Moment gleich kommt am Gewittersturm XY und soweit dann kannst du liest du die Natur?
00:04:17: Voll nicht!
00:04:17: Also ich wünschte immer also ne ich bring schon so'n paar Bauernhofskills mit, ich hab zum Beispiel einen großen Traktorführer-Schein.
00:04:26: Wow!
00:04:26: Ich glaube so allgemein die ganzen ... also die ganzen alltäglichen Bauernhofskills gib mir schon relativ leicht von der Hand.
00:04:33: Ich habe das immer als sehr selbstverständlich genommen bis ich dann beim Workaway war.
00:04:38: Also das ist so wo man Arbeit gegen Kostologie tauscht und gemerkt habe ah nee es gibt ganz viele Leute die wissen nicht wie man so eine Hacke richtig in die Hand nimmt.
00:04:46: Also weißt du so kleine Dinge die du halt schon seit du klein bist einfach machst ne?
00:04:51: Das meine ich gar nicht diskreditierend, aber man lernt Dinge beim Aufwachsen und denkt das können alle.
00:04:58: Aber es ist dann mit der Zeit schon deutlich geworden dass es dann vielleicht auch sehr besonders im Kontext wie ich aufgewachsen bin.
00:05:04: Ich bin zum Beispiel trotzdem super schlechter in jedes einzelne Getreideformen zu unterscheiden.
00:05:10: Ja klar weiß ich was Gäste ist, ich weiß auch was Weizen ist.
00:05:12: alles was dazwischen drin passiert wird's dann schon wieder kompliziert.
00:05:17: Also das offensichtlich kann ich schon alles.
00:05:19: Aber leider bin ich dann doch nicht so, dass ich irgendwie... Naja, ich schau jetzt aus dem Fenster die Sonne knallt runter und es ist heiß!
00:05:28: Und ich hab so mittlere Laune und deswegen kann's nur heiß sein.
00:05:31: also...
00:05:33: Diese Wetterwelt ist eindeutig gedeutet.
00:05:36: Das ist ziemlich warm.
00:05:37: Ja.
00:05:38: Und trotzdem nüsst du dir die Zeit um hier bei am Ende mitzumachen.
00:05:43: andere als Endzeitstimmung aufkommt, ganze Gegenteil eher Aufbruchsstimmungen.
00:05:47: Diese Aufbruchtstimmung die vermittelt du auch in deinem Podcast finde ich zu vielen Themen.
00:05:52: Du machst Hoffnung, du inspirierst, du informierst und du klärst auf.
00:05:56: wie bist du überhaupt dazu gekommen so einen Podcast an den Start zu bringen mit suchtherapeutischen Themen?
00:06:03: Das war ja vor sechs Jahren und vor sechs jahren alles noch ein bisschen anders bei mir.
00:06:08: Ich war Mitte zwanzig, habe meinen Master in Zuchttherapie noch gar nicht gestartet gehabt beziehungsweise bin ich gerade erst reingestellt, ich war im ersten Semester und psychoaktiv war am Anfang eher so Ja lernen mit mir Projekt, also dieser Expertenstatus und den ich mir über die Jahre auch erarbeitet habe.
00:06:28: Mit dem Wissen was sich einfach sehr stark angereichert hat, mit der Erfahrung die es sich angereicht hat.
00:06:33: Die war ja vor sechs Jahren noch nicht so da logisch.
00:06:36: Es darf sich alles entwickeln man muss das... Man kann sich da ruhig rational einordnen.
00:06:43: Der Punkt ist, ich finde Wissen per se.
00:06:47: Also es hat auch mal unabhängig vom Thema war schon immer etwas was mich fasziniert hat.
00:06:51: also ein tiefes Verständnis eines Themas finde ich total spannend und ein tieferes Verständnis mit einem Thema.
00:06:58: das entwickelt sich ja über die Zeit und es entwickelt sich vor allem mit einer Konsistenz der Beschäftigung mit einem thema.
00:07:06: Und ich habe schon immer gemerkt dass gerade dieser Prozess was ist was mich völlig fängt was ich total spannend finde Und so kam es, dass ich nach meinem Bachelor in die Suchthilfe gegangen bin und habe gemerkt, hey dieses Arbeitsfeld macht mir richtig Spaß.
00:07:19: Ich hab angefangen ehrenamtlich auch auf Rays & Festivals zu arbeiten.
00:07:24: In der Drogenaufklärung hatte da sozusagen auch den akzeptanzbasierten Part.
00:07:28: Hab sonst in der stationären Reha gearbeitet im Sozialdienste.
00:07:31: Hab gesagt, das sketcht mich einfach alles!
00:07:32: Es gibt so viele Punkte an dem Thema, das sich lohnt zu lernen.
00:07:37: Und hab gemerkt... Das wird glaube ich mein Thema indem ich tiefes Wissen aufbauen möchte, mein Lebensthema dass sich einfach vertiefen darf über die Zeit.
00:07:48: Und dann ist ja die Frage wie macht man das?
00:07:50: Weil es braucht ja schon auch sehr viel Disziplin und ich habe zwar sehr viele Disziplinen aber jetzt hat auch nicht so was ich sagen würde so ich lese einfach mal so jede Woche ein neues Fachbuch und kann das einfach ohne dass ich mir einen gewissen Rahmen setze.
00:08:07: Und gleichzeitig habe ich aber auch gemerkt, was mich schon immer gestört hat.
00:08:11: Und zwar gerade in diesem jetzt Willst oder in diesen unterschiedlichen Erfahrungen von stationärer Reha und Drogenaufklärung auf Raves & Fest wills das irgendwie sehr viel sehr... dark Meinungen in alle Richtungen existieren und dass ich das ja auch ganz schön schräg finde.
00:08:30: Dann dachte, dann wäre es vielleicht auch wichtiger, dass wir offener Differenzierte darüber reden weil nur so kommt er überhaupt ein ordentlicher Dialog zustande.
00:08:40: Und das war so.
00:08:41: in Kombination dieser Dinge die ich damals noch gar nicht klar benennen konnte ist dann psychoaktiv entstanden Weil ich dachtest du naja wenn ich alle zwei Wochen eine Podcastfolge zu irgendeinem Thema aus Trogenkonsum und Sucht mache dann bleibe ich Ja In der ständigen Beschäftigung.
00:08:55: Und das ist, dann hat sechs Jahre angehalten und was ich mir für ein Wissenschaftsdrauf geschafft habe.
00:09:04: Das macht mir immer noch sehr viel Freude!
00:09:07: Das merkt man dir auch an in jeder Folge und Stefanien... Ich finde es auch relativ philosophisch, was du gesagt hast und auch wichtig über Expertise oder Expertinnenmeinung die erst entsteht wenn man sich hochfachlich und intensiv mit Wissenschaftsliteratur, mit Gesellschaft auseinandersetzt.
00:09:32: Und diese auch erfährt bei dir zum Beispiel durch die Arbeit in deiner Praxis, auch als Sozialarbeiterinnen, als Suchterapeuten, Podcasterinnen, du gibst auf viele Vorbildungen
00:09:43: etc.,
00:09:44: und ich glaube – ich habe den Eindruck – dass uns das manchmal im Alltag abhanden kommt, dass quasi das es ExpertInnen gibt!
00:09:53: und dass man erst einmal Expertinnenwissen haben muss.
00:09:58: Und dann, bestenfalls noch in der Lage ist dieses Expert-Innen-Wissen zu verpacken, verständlich aufbereitet für eine breitere Masse, für verschiedenste Menschen, für die Gesellschaft – das sie dieses Expertinnen wissen was nicht immer einfach zu verstehen ist eben leicht begreifen und nutzen können für ihre Alltag!
00:10:21: Und du vereinstest es irgendwie finde ich?
00:10:23: diese feinen Ebenen.
00:10:26: Ja, ich finde gerade den Begriff Experte absolut spannend weil der sich ja schon auch in letzter Zeit sehr geändert hat.
00:10:32: Ich glaube früher haben wir das Thema Experte viel mehr mit Korrifhen gleichgesetzt also jemand der wirklich jahrelange klinische und wissenschaftliche Praxis hat meistens über Fünfzig ist sehr häufig ein Mann ist.
00:10:47: Und das ist dann unser Experte.
00:10:49: und ich selbst muss ganz ehrlich sagen, es vielleicht auch eine Schleifchenimposter-Syndrom tue mir immer so ein bisschen schwer mit dem Namen Experte oder Expertin also in der Selbstbezeichnung weil man sich ja schon fragen kann ab wann ist mein Experte?
00:11:03: Aber und da gibt's halt noch das andere Extrem dass gerade in einer Online Businesswelt, in der ich mich ja auch befinde was Experte absolut inflationär genutzt wird, weil da halt du von allen Coaches gesagt bekommst.
00:11:19: Du bist Expertis sobald du einen Schritt weiter bist als deine Zielgruppe.
00:11:24: Wo ich mir auch den ganz ehrlichen... Also Schritt weiter dafür braucht niemanden!
00:11:28: Den kann ja auch alleine gehen.
00:11:29: Ich brauche jemanden der eigentlich hundert Schritte weiter ist wenn nicht mehr sozusagen Also jetzt gerade im Business-Bereich Leute heranziehe.
00:11:37: Aber da merkt man halt auch wirklich, inzwischen hat ja jeder zweite Experte für XY in seiner Bio also in seinem Instagram-Bio oder sowas stehen und dann haben wir da wieder einen sehr inflationären genutzten Expertenbegriff.
00:11:50: Deswegen finde ich den Begriff inzwischen auch echt schwierig einzuordnen weil ich mir glaube ich uns gesellschaftlich gar nicht mehr einig sind was eigentlich eine Experte ist.
00:11:58: Ja so war genau gerade in Bezug auf Content Creation.
00:12:02: Ist das das richtige Substantiv?
00:12:03: Content Creation.
00:12:05: Ja, voll!
00:12:06: Das ist immer mehr scheinbarer Expertinnen gibt die eben nicht die Sekretärien auch nur ansatzweise erfüllen würden wie du quasi der Kurifee zugeschrieben hast.
00:12:15: und das wird zum Problem wenn man dann Wissen echtes wissen und Pseudewissen oder scheinweichtes Wissen voneinander unterscheiden möchte.
00:12:24: aufgrund von Qualitätsmerkmalen aufgrund vom wissenschaftlichen Fakten Qualität Standards Das macht das alles super schwierig.
00:12:32: und umso wichtiger, finde ich auch die Rolle von Journalistinnen.
00:12:36: Ja!
00:12:37: Wo man entweder als Querscheinsteigerin oder eben als gelernte Journalist, gelernten Journalisten ja auch praktizieren kann dass man eben das ganze kommuniziert wo man ja nicht unbedingt Grundstudium in Medizin oder Psychologie oder soziale Arbeit absolviert haben muss und trotzdem gut kommunizieren können
00:12:55: auf
00:12:56: sachlich fundierter Ebene.
00:12:58: Und du hast gesagt im Vorgespräch, dass auch lebenslanges Lernen für dich ganz entscheidend ist.
00:13:05: Und irgendwie ein wichtiges Ding was dich auszeichnet oder so habe ich es zumindest gelesen von dem was du gesagt hast das das echt ein besonderes und auch lobenswertes Charaktermerkmal ist.
00:13:15: Lebenslanges lernen was bedeutet das für dich?
00:13:18: Ich hab gemerkt... dass Lernen mir einfach unfassbar Spaß macht und ein Thema wirklich durch und durch zu durchdringen, mir unfassball viel Spaß macht.
00:13:27: Das kann man sich glaube ich gar nicht so vorstellen.
00:13:30: aber wenn ich zum Beispiel im Podcast auf irgendwas stoße was ich noch nicht wusste.
00:13:35: Zum Beispiel neulich letztes Jahr die Insula als Teil unseres Gehirn entdeckt das ja auch sehr wichtigen also einen sehr wichtegen teil an unserem craving erleben mit hat.
00:13:47: Und ich kannte das nicht, das war kein Teil meiner neurobiologischen Ausbildung.
00:13:51: und dann bin ich da reingehend so ah krass!
00:13:53: Das setzt irgendwie noch mal einen Puzzleteil weiter rein in den neurobiologicalen Verständnis von Sucht und ich fand es so geil und ich tauch dann ab und total toll einfach ein Puzzle-Teil weiter in meinem Verständnispuzzle und dieses Puzzlteil hat aber keine Rahmenteile und die stören mich aber nicht weil.
00:14:12: Also das stört mich nicht, dass es kein Ende hat.
00:14:14: Sondern es ist einfach was, was wir unfassbar viel Freude macht.
00:14:18: und ich merke zum Beispiel auch, dass ich gerade so ein bisschen satt bin mit der medizinisch-biologischen Sichtweise von Sucht und dass ich mich jetzt so langsam in die Richtung Philosophie auch bewegen möchte und habe mich angefangen erste Philosophen rauszusuchen, die sich philosophisch mit dem Thema Sucht beschäftigen Und das ist ja irgendwie auch das Schöne an einem Thema.
00:14:37: Es gibt ja wirklich unfassbare Sichtweisen wie man das machen kann.
00:14:41: Jeder hat seinen Funken Wahrheit und niemand hat aber das vollständige Puzzle, wird es niemals haben.
00:14:47: Und das ist einfach ein Prozess der mich unfassbar mit Freude erfüllt dieses Gefühl zu haben ich habe einen Fachgebiet gefunden dass mich so erfüllt und wo ich völlig bereit bin meine nächsten dreißig Arbeitsjahre mich damit zu beschäftigen in ganz unterschiedlicher Form.
00:15:04: Ich möchte gerne promovieren wer so mein nächster Schritt?
00:15:06: da hab ich Bock drauf.
00:15:09: Ich glaube, das Bild von einem Puzzle stimmt.
00:15:11: Weil jedes neue Puzzleteil, was ich da reinsetzen kann... Die Puzzel auch sehr gerne!
00:15:16: Das erfüllt mich einfach mit Freude.
00:15:18: Es ist einfach schön und wenn man es jetzt mal so über... Ich arbeite mit meinen Klienten viel auch über Werte und welche Werte leiten uns durchs Leben?
00:15:27: Und bevor ich ja irgendwas mit meinen klienten mache, mach' ich das natürlich alles einmal mit mir.
00:15:32: Und habe dem entspricht mich selbst sehr intensiv mit meinen Wertenauseinander gesetzt Und ganz klar gemerkt, mein einer großer Wert ist einfach Lernen.
00:15:42: Das ist einfach Wissen und Lernen – das der Freude willen!
00:15:48: Ich wünschte wir könnten Wissen- und Lern der Freudewillen jungen Menschen mit auf dem Weg geben mehr wieder Raum dafür in Schulen schaffen, wissen und lernen mit Freude dass es nicht aufgezwungen wirkt und als aufgezwung erlebt wird sondern eher als oh er gibt mir mehr davon.
00:16:07: Ich möchte gerne zu einer Schule gehen, in der ich mich wohlfühle.
00:16:10: In der ich nicht gemobbt werde, sondern auf die ich mich freuere.
00:16:12: Weil die Croissants in der Pause gut schmecken und weil die Lehrer in den Netz sind, weil ich dort Freunde finde, Freundinnen finde ... Und weil ich richtig viel lernen kann und gar nicht genug bekommen kann, dass so eine Dopamin-Kette irgendwie im Gang gesetzt wird!
00:16:25: Das wünsche ich mir ganz toll.
00:16:27: Das hätte ich in der Schule vollgebracht.
00:16:28: Ich war eine sehr aktive Schulschwänzerin.
00:16:31: Echt?
00:16:32: Ja, ich habe immer Krankheiten ausgedacht Und fand das und die ersten vier Semester im Studium habe ich nur die Prüfung geschrieben.
00:16:43: Ich bin fast zu keiner Vorlesung, nicht Pflicht war aufgetaucht.
00:16:48: Das kann man sich glaube ich heute über mich kennenlernen gar nicht vorstellen.
00:16:50: aber ich war eher so ein... Also ich hab mich immer also ich habe das irgendwie immer sehr smart gemacht weil ich habe irgendwie mir nie, ich bin nie auffällig geworden in dem Sinne als in der Schule hatte ich mir so einen Dauerattest besorgt wegen einer Migräne die ich nie hatte.
00:17:06: Gott, ich hoffe meine Mama hört das nicht.
00:17:10: Im Studium bin ich zur Pflichtveranstaltung hingegangen und habe immer jede Prüfung geschrieben.
00:17:14: Ich hab nie eine Prüfungen geschoben.
00:17:16: Ich bin eine grunddisziplinierte Person aber wusste am Anfang, wo ich gemerkt hab, ich hab da keine Connection mit.
00:17:22: Habe mich halt durchgemogelt, bequemd.
00:17:27: Ich habe lieber viel in der Bar gearbeitet und bin dann reißen gegangen von dem Geld.
00:17:32: Das war mir wichtiger in der Zeit anfang meiner Zwanziger.
00:17:35: Und das hat sich alles erst gedreht und überhaupt in diese Richtung entwickelt, in der ich heute bin.
00:17:44: Dass ich ... Als ich in Australien mein Auslandssemester gemacht habe und da war ich, hab' ich meine erste Arbeitserfahrung noch mal gemacht in der Sucht und hab Case Management mit Aborigines & Torres Strait Islander Jugendlichen also Indigen-Jugendlichen gemacht.
00:18:01: Und dort... Das war eine tolle, tolle Praktikumsstelle, also nicht nur die Arbeit inhaltlich sondern auch weil ich einfach mehrere Fortbildungen gezahlt bekommen habe als zum Beispiel zum Thema Domestic Violence oder Suicide Prevention.
00:18:15: Es war wirklich ein tolles Umfeld und da wurde irgendwas in mir angezündet und es hat mich komplett geflippt.
00:18:24: Ich saß also wirklich, ich saß in jeder Vorlesung nach diesem Semester in der ersten Reihe, weil ich gemerkt hab, da kann ich mich besser konzentrieren habe alle Texte gelesen, war völlig drin und hat mich nur noch damit beschäftigt.
00:18:39: Und hab so eine Freude entwickelt... ...und hatte dann auch das Glück dass ich echt ne tolle Professorin.
00:18:45: dann hatte die den Themenbereich Sucht in Koburg wo ich Studierab übernommen hab.. ..und plötzlich gab's nichts Wichtigeres für mich als mich damit auseinander zu lassen.
00:18:54: es war als wird irgendwas entflammt gewesen.
00:18:56: so wurde ich von Ich meine, noch eine Freundin von mir ist.
00:19:03: Durchkommen ist alles so zu verstehen Wissen und ... Ist alles so, ne?
00:19:10: Und bin halt schlicht weg!
00:19:12: Ich nenn es jetzt mal ohne das Abwenden zur absoluten Streberin geworden.
00:19:16: Meine Freunde mit denen ich auch die ersten vier Semester, wo es einfach immer unser Ding war uns Hardcore irgendwie da durchzubringen.
00:19:23: Ich versteh das nicht stell' ich Wie konnte denn aus dem jetzt das werden so?
00:19:28: Also, es ist schon irgendwie ein krasser Schnitt gewesen wo sich das was ich jetzt als einer meinen zentralen Werte bezeichne der einfach dann aufgetaucht ist.
00:19:39: Das heißt ja Zauber wurde ausgelöst in dem Moment als du vor Ort In Australien mit den Aborigines oder mit Aboriginis Feldforschung sozusagen machen durftest.
00:19:52: dafür auch vorbereiten wurde es durch diverse Vorbildungen.
00:19:56: Suicide Prevention, hattest du unter anderem erwähnt und auch suchterabhäutische etc.
00:20:01: Und können wir das noch mehr eingrenzen?
00:20:04: Weil ich glaube dass das vielleicht ein Rezept sein könnte für Menschen die auf der Suche sind sei es im Alter oder in jungen Jahren oder zur Schulzeit die das hier vielleicht mal eines Tages hoffentlich hören werden.
00:20:16: Noch ist der Podcast ganz unbekannt, so unbekannt dass deine Mutter ihn wahrscheinlich nicht hören wird oder kennenwürtt.
00:20:21: Das sei denn du sendest ihren Link zu.
00:20:25: Schade!
00:20:27: Wie können wir diesen Zauber eingrenzen?
00:20:29: Obwohl ich auch durch die Zeilen verstanden habe, dass Du selber gar nicht weißt was Dir nur bemerkt.
00:20:34: Richtig?
00:20:35: Doch jetzt wurde mich nachgefragt und ich nochmal drüber nachdenke.
00:20:37: Ich kann das glaube schon für mich und für meinen persönlichen Fall ganz gut machen.
00:20:42: nie gut im abstrakten Lernen.
00:20:45: Also zum Beispiel konnte ich nie Englisch gut über den Englischen Unterricht, aber sobald ich dann natürlich in Australien war und dann vor Ort einfach sprechen musste habe ich das sehr schnell gelernt.
00:20:56: Das Gleiche mit Spanisch.
00:20:57: So unterricht bringt bei mir nichts, aber ich hab zwei Jahre in Lateinamerika gelernt, dann lerne ich es einfach.
00:21:02: Es ist ein Learning by Doing und vielleicht auch mit meiner Bauernhof... auf Wachskontext, dass ich halt so... Ich muss wissen was ich tue.
00:21:16: Ich brauche eine Verbindung zum Leben und zum Handfesten.
00:21:22: Und ich glaube also damit muss man nicht nach Australien fahren und diese Erfahrung machen aber in der Praxis im Machen zu erforschen was einem gut gefällt und wo man sich Zuhause fühlt In seiner professionellen Praxis, ich glaube darauf kommt es an.
00:21:40: also bei mir persönlich war so.
00:21:42: Ich hätte wahrscheinlich auch... Also ich weiß noch dass sich unbedingt dann von sozialer Arbeit in den Sport wechseln wollte als ein Sportstudium anfangen wollte weil ich dachte ja vielleicht ist das und ich bin so und das hätte ich vor meinem Praxissemester entscheiden müssen was sonst hätt ich mein BAföGS Anspruch verloren?
00:22:01: Ich bin aber ins Praxissemester gegangen und ich würde die Hypothese aufstellen, das hätte ich dann gewechselt zu Sport.
00:22:08: Dann hätte mir das nicht gefallen, dass ich in so einem theoretischen Wechsel gestrandet wäre von, oh ja, das interessiert mich, dann schau' ich mal da rein!
00:22:15: Ah, das Interessiert wieder, schaue ich mal
00:22:17: darin!".
00:22:18: Und für mich war der Schlüssel in die Praxis zu gehen und da hatte ich halt das große Glück, dass mir das halt gleich so gut gefallen hat was sich gemacht habe... ...und dann zu merken, ah ja ok jetzt weiß ich für was ich
00:22:28: lerne.".
00:22:29: Jetzt kann ich das in einen Kontext beziehen.
00:22:32: Ich habe, ich weiß was ich da tue so es ist nicht irgendwie am Hintergrund steht mein fettes Jurabuch aber da sind ja keine Praxisfälle dran die hat man ja nicht.
00:22:43: und dass ist etwas was mir Nicht getaugt hat.
00:22:46: und ich hab jetzt zum Beispiel auch wieder gemerkt ich war Ja ein Jahr mit dem Camper unterwegs und in diesem Jahr hatte ich.
00:22:53: logischerweise konnte ich keine Menschen begleiten in ihren Prozessen, sondern war unterwegs.
00:22:59: Und ich habe richtig gemerkt seit meine Praxis wieder offen ist und ich wieder Klienten habe das macht was ganz anderes mit mir.
00:23:07: Das nimmt die Freude der Auseinandersetzung gleich wieder so auf, weil alles was ich mache und was ich neu lerne kann.
00:23:13: Ich kann gleichzeitig dafür einsetzen um meinen Klienten den Prozess zu erleichtern im Prozess neu kreativ und spannend zugestalten.
00:23:21: das ist ja etwas ganz anderes als wenn ich jetzt ich mach dieses Jahr die Hypnotherapie Ausbildung.
00:23:26: Was würde ich denn machen?
00:23:27: Wenn ich keine Klientinnen sehen würde?
00:23:28: dann sitze ich da und höre mir die Inhalte von der Hypnotherapie aus Bildung an und kann es niemandem zugute kommen lassen.
00:23:34: Und schon sind wir wieder in einem gewissen Abstraktionslevel.
00:23:37: Ich kann in diesen Abstraktionsleveln nicht gut arbeiten.
00:23:40: Ist das
00:23:41: vielleicht auch ein kleines Indiz dafür, dass es einfach stimmt was du gesagt hast?
00:23:44: Also du liebst Puzzles?
00:23:46: Puzzle... Puzzlet.
00:23:47: ist das die Mehrzahl der Plural von puzzle puzzles?
00:23:52: Well ich schlag das nochmal nach.
00:23:56: Puzzelteile kann man auszuhalten.
00:23:59: Du puzzelt gerne und ist das nicht auch irgendwie so'n bisschen, dass du quasi auch in deinem Leben im Rahmen deiner beruflichen Laufbahn puzzelt, Puzzleteil für Puzzle Teil aneinander reißt und es macht immer Sinn und immer ein Stück mehr.
00:24:15: Und du reist so auseinander dass sich immer mehr ein gewisses Bild heraus kristallisiert und kompletiert.
00:24:21: Das macht auch Spaß denke ich!
00:24:23: Für andere wird dieses Bild auch ersichtlich und es sieht gut aus, es macht Sinn usw.
00:24:28: So habe ich das gerade ein bisschen gelesen.
00:24:30: und kann man das vielleicht auch so jungen Menschen oder Menschen in einer Lebenskrise oder Menschen im Alter, die sich auch noch mal fragen.
00:24:37: Mensch kann ich vielleicht nochmal was anders machen und verändern als Rezept auf den Weg geben?
00:24:41: Dass man etwas findet bei dem man weiß wofür mache ich das eigentlich?
00:24:49: Ich
00:24:49: finde es ist ein gesellschaftliches Problem zumindest in meiner Bubble Und so bin ich auch aufgewachsen dass ich eigentlich immer vorgezeichnete Wege zur Auswahl hatte.
00:25:02: Es waren aber immer Wege, von denen ich das Gefühl hatte, die sind vorgezeichnet in gewisser Weise wie so eine Serie in verschiedenen Episoden, die man sich zwar aussuchen kann, aber es ist halt nur ... es sind halt nur.
00:25:14: diese sieben Serien stehen nur zur Verfügung mit den entsprechenden Episoden.
00:25:19: Aber dass ich selber eine Serie vielleicht bastelt ganz nach meinem Gusto und mit meinen Ideen, mit meinen Farben
00:25:24: usw.,
00:25:25: mit mein Lebenserfahrung, das erfordert für mich Mut, Kreativität, aber vor allen Dingen Mut!
00:25:31: Umsetzungsvermögen.
00:25:34: Ja, einmal Mut auf jeden Fall weil ich glaube der gesellschaftliche Druck einen gewissen Weg zu gehen ist ja immer da.
00:25:40: wir bewegen uns ja immer in unseren systemischen Bahnen die für manche Menschen deutlich enger gestrickt sind als für andere.
00:25:49: Das hängt sehr damit zusammen, was auch für ein Glaubenspaket die Eltern mitbringen.
00:25:54: und gleichzeitig muss ja nicht nur sozusagen die absolute Freiheit für jemanden gut sein.
00:26:00: Manche sind ja froh, dass sie einen gewissen Weg folgen.
00:26:04: gegeben bekommen haben, den sie gehen können.
00:26:07: Weil ihnen sozusagen eine endlose Auswahlmöglichkeit überfordern würde.
00:26:10: und dann gibt es andere Leute die sich in Wege reingezwingt fühlen und eigentlich genau diese große Auswahl Möglichkeit brauchen würden.
00:26:18: Und ich finde eigentlich gerade so... Ich kann natürlich sehr viel aus meiner Erfahrung sprechen aber ich komme halt auch aus dem Kontext wo meine Brüder oder auch mein Partner und eigentlich alle die ich kenne erst mal so ein soziales Jahr gemacht haben.
00:26:34: Also meine Brüder haben ein ökologisches Jahr gemacht.
00:26:38: Das war nicht auch ganz cute, wo man dann halt bei uns im Wald-Erlebniszentrum neben dran, wo es darum ging so mal ein bisschen aus dem Kopf rauszukommen und irgendwie Arbeit zu erleben und sich dahin zu orientieren.
00:26:53: Und ich glaube, wo wir das gerade von Abstraktionslevel haben... Ich habe schon das Gefühl dass wir immer weiter in so eine gewisse Abstraktion eben verfallen und gerade in so einem sehr studienfokussierten umfeld wo es darum geht klar ich mache jetzt gymnasium und dann muss sich unbedingt irgendwie studieren etc.
00:27:15: pp.
00:27:16: dass man da irgendwie ein bisschen den grip zu machen verlieren kann
00:27:22: ja eine riesenging finde ich.
00:27:25: manchmal frage ich mich bei all den gesellschaftlichen debatten die wir aktuell erleben von dem behörden die wir sehen wie kann man das menschen Servieren, dass das vielleicht sogar was ganz Elementares ist, Mut zu entwickeln und sich selber die Bausteine für den eigenen Weg zusammensuchen.
00:27:44: Statt vorgefärktete Bahnen zu nehmen, was uns ja oft auch vielleicht widerspricht.
00:27:49: Vielleicht ob dem Wesen des Menschen manchmal widerspricht wenn wir jetzt an den Bauernhof zum Beispiel denken.
00:27:58: Wo findet sowas platt Stefan?
00:28:00: Hast du da eine Idee?
00:28:01: Sollte das nicht die Schule zum Beispiel sein, ein Ort an dem so was möglich ist?
00:28:06: Also ich finde da müsste man eigentlich gesamtgesellschaftlich viel größer erstmal denken und zwar dass wir eine Gesellschaft bzw.
00:28:16: einen Land aufbauen wo Bildungschancen die gleichen sind egal wie viele deine Eltern verdienen unter welchen sozialen Status du dahin gehend hast.
00:28:25: Deswegen ist mir gerade bei der vorherigen Frage aufgefallen, ich rede hier grade von einem sehr universitären Mindset also so sehr angemacht an meinem Lebensstil man geht halt jetzt Gymnasium und macht dann ein Studium.
00:28:35: aber natürlich darf man da hingehen.
00:28:36: nicht vergessen Ich bin auch eine privilegiert Person die halt alle Möglichkeiten offen hatte.
00:28:41: erst mal ganz grundlegend Und das ist ja bei sehr vielen Menschen nicht so.
00:28:46: Das heißt Sein Leben zu gestalten braucht ja im ersten Sinn die Möglichkeit, dass du dein Leben überhaupt freigestalten kannst und das dir alle Möglichkeiten offenstehen.
00:28:55: Egal in welche Familie du reingeboren wirst.
00:28:58: Und das wäre erst mal die Grundlage, die wir schaffen müssen um überhaupt von der Wahlfreiheit sprechen zu können ist, dass wir überhaupt eine gesellschaftliche Wahl Freiheit aufbauen können und versuchen Bildungsungerechtigkeiten auszugleichen.
00:29:11: Das wird ja tendenziell in Deutschland immer immer schlechter anstatt besser Und das finde ich fatal.
00:29:20: Absolut!
00:29:21: Absolut.
00:29:22: und wo du Bildungsungerechtigkeiten ansprichst, ich mache gleich nochmal einen Schlenker wieder zurück.
00:29:28: Denkst du dass Sucht oder suchtbezogene Themen fester Bestandteil des Schulunterrichts sein sollten?
00:29:38: Nicht sucht bezogene Themen sondern eher noch mal eine Stufe runter und zwar sowas wie emotionale Intelligenz Menschen auszustatten mit einem emotionalen Wortschatz zu wissen, wie man mit Emotionen umgeht.
00:29:52: Wir haben ja in der Suchtprävention immer noch sehr am Fokus von naja aufklären über psychoaktive Substanzen, Bibel die Bubble die sowas halt.
00:30:00: aber ich sehe eigentlich den großen Hebel der Prävention eher darin dass man schaut das emotionale Intelligenz aufgebaut wird.
00:30:10: ne?
00:30:10: Das können wir nicht einfach auf die Eltern verschieben.
00:30:13: Gehen wir nicht, ne?
00:30:15: Wir sind eh... Also, das entwickelt sich gerade weiter.
00:30:18: Aber ich weiß nicht wie es dir geht, Aljosha, aber ich habe eine Zeit lang mich so ein bisschen mehr mit meiner Familiengeschichte beschäftigt und mein Opa war im Zweiten Weltkrieg.
00:30:26: Das heißt meine Eltern, meine Mama, mein Papa die kommen aus einem Elternhaus, die kriegstraumatisiert sind Da wird natürlich nicht über Emotionen gesprochen.
00:30:36: Das heißt, die haben diese Kompetenz nicht mitbekommen und es ist ja so dass sich über die Generation dieses Trauma bezogene Schweigen langsam aufbröckelt.
00:30:44: aber es besteht ja grundsätzlich eine generazionale Inkompetenz, eine weitergegebene Inkompetenz was die Emotions bearbeitung ausdrucksweise etc.
00:30:53: pp angeht.
00:30:56: und deswegen sehe ich da eher die Verantwortung tatsächlich gerade außerhalb also Super, wenn die Eltern da auch geschult werden.
00:31:04: Aber auch in den Schulen das überhaupt aufzubauen.
00:31:07: Genauso wie die Auseinandersetzung mit Wie baut man sich ein zufriedenes Leben auf?
00:31:12: Es gibt immer dieses Schulfach Glück was manchmal wieder diskutiert wird und auch das nicht hin aus Defizitäre gucken sondern viel mehr hinzugucken dass sich Menschen lernen damit auseinanderzusetzen sich ein gelingendes Leben zu gestalten.
00:31:27: Wie wir in der Psychotherapie manchmal auch sagen Ressourcen orientiert ja zielorientiert.
00:31:33: Und gibt es nicht in irgendeinem Land auch ein Glücksministerium?
00:31:38: oder war das eher im Roman?
00:31:41: Nein, das
00:31:41: habe ich schon mal gehört.
00:31:43: Doch, ich hab das auch schon gehört.
00:31:44: Ich kann's aber nicht sagen, wo das hingehört.
00:31:47: Ich hätte jetzt irgendwie aus dem Bauch raus.
00:31:49: Finnland gesagt, aber ich weiß es nicht.
00:31:52: Wo die glücklichsten Menschen glaube ich nach wie vor leben machen, glaube ich jedes Jahr ... Das Rennen haben relativ wenig Sonnenseit über das Jahr gerechnet.
00:32:00: Die haben auch eine extrem hohe Suizidrate, oder?
00:32:04: Das könnte auch sein.
00:32:06: Das würde... Kannste
00:32:06: Seite des Ganzen!
00:32:08: Absolut wo beides irgendwie zusammenkommt Ende und Anfang Suizide und die glücklichsten Menschen.
00:32:17: Und was ich auch spannend finde in Bezug auf das was du vorhin gesagt hast Nämlich Klassen bzw.
00:32:33: Es gibt eine Studie zur Bildungsgerechtigkeit in Deutschland.
00:32:38: Die wurde, glaube ich, ... und wurde jetzt vor kurzem veröffentlicht, hatte ich in einigen Podcasts von gehört.
00:32:45: Und zentrales Ergebnis war eigentlich das was du auch gerade vorher beschrieben hattest bevor ich mit dieser Schleife begonnen hatte dass die soziale Herkunft nämlich den Bildungserfolg in Deutschland im Grunde genommen viel stärker als in... anderen Industrieländern beeinflusst und das so circa ein Viertel der Unterschiede in der Sprachkompetenz eigentlich erklärt werden können, insbesondere zu Schulbeginn durch die soziale Herkunft.
00:33:17: Das finde ich schon krass!
00:33:19: Und da ist Deutschland ziemlich führend.
00:33:22: Ja
00:33:23: eher schlusslicht oder?
00:33:24: Weil wir so schlecht sind.
00:33:26: Genau es
00:33:28: kann
00:33:28: auch gut sein genau und das finde ich echt krass.
00:33:32: Vor kurzem durfte ich mit Mendi Roy, mit der ich gemeinsam am Klinikum Nord Ochsenzoll maloche.
00:33:41: Das ist meine leitende Oberärztin und stellvertretende Chefin bei uns in der Klinik für Abhängigkeitserkrankungen im Kliniku Nord.
00:33:49: Und die war auch bei dir im Podcast hat was zu ... War das zur Autismus?
00:33:54: Genau!
00:33:55: Und Mika Düring hat den ADHS-Part glaube ich, übernommen.
00:34:07: Und wir durften einen Vortrag kürzlich halten letzte Woche beziehungsweise bei uns in der Klinik und eine Schule kam zu Besuch.
00:34:15: Ich glaube das waren zwei drei Klassen.
00:34:16: die kam mit Lehrerinnen und einem Sozialarbeiter und ich fand es so beeindruckend!
00:34:22: Das war glaube ich ne Gesamtschule.
00:34:24: die waren irgendwie zwischen zwölf und vierzehn Jahre alt.
00:34:28: Was ich so rührend fand, war zum einen, dass das Interesse so groß war.
00:34:34: Wir hatten keine Chance gegen unseren Patienten, der sich bereit erklärt hatte aus seinem Leben zu berichten.
00:34:38: Der war einfach toll.
00:34:39: Irgendwann hatte er ... Hätte ich ihn nach Ressourcen gefragt?
00:34:44: So was ihm eigentlich Kraft gibt bei all dem ganzen defizitorientierten Analysieren um noch mal auf die Sonnenseiten oder die Seiten, die in Kraft geben zu schauen.
00:34:53: und dann hat er davon berichtet, Und er hatte Gesangsunterricht genommen in türkischer Sprache unter anderem und dann war die ein Schüler zu singen.
00:35:06: Das hat der Patient auch gemacht, das war wirklich so eine Stille.
00:35:10: Wir waren alle fasziniert und ich habe bei einem oder zwei Schülern gesehen dass sie auch sehr ergriffen waren also den Tränen irgendwie nahe stand und es war so ganz besonderer Sparking Moment sozusagen und Stand war einfach dass man gemerkt hat krass Suchthemen sind großes Thema zu Hause.
00:35:31: Ich hatte auch den Eindruck, dass psychiatrische Erkrankungen ein Thema sind das Gewalterfahrung ein Thema sein können.
00:35:37: wir haben das nicht zum Thema gemacht aber zwischen den Zeilen konnte man vielleicht das eine oder andere so erahnen und da wurde mir einfach klar so ey Wir müssen wir müssen da ansetzen in der Schule also Veränderung gesellschaftliche Veränderungen die irgendwie nachhaltig sind mehr Geld für Schulen mehr Raum für Schulen Mehr Zeit gute Lehrpläne Dopamin.
00:35:58: Es muss Spaß machen!
00:35:59: Also quasi nicht genau, lebenslanges Lernen und wie du es gesagt hast.
00:36:04: Lernen mit Freunden und das war so eine Sache die mich total inspiriert hat.
00:36:10: und vorhin hattest du auch von deinem Engagement oder deine Recherche im philosophischen Bereich erzählt?
00:36:17: Magst du da vielleicht droppen oder ist das zu früh weil du es vielleicht auf ein Buch oder so verwenden möchtest was du vielleicht schon gefunden hast?
00:36:24: gibt's da eine Philosophin einen Philosoph der der es dir angetan hat.
00:36:30: Ja, ich bin so schlecht mit Namen aber das ist diejenig von der ich dir auch das Buch geschickt hatte.
00:36:36: Was war denn der Name?
00:36:41: Ich habe das Buch noch nicht gelesen.
00:36:44: Picard!
00:36:44: Picard irgendwie.
00:36:45: Was ist der Nachname?
00:36:56: Genau, Hannah Picard.
00:36:57: Auf die stoße ich immer wieder.
00:37:00: also ich bin da... Ich habe dann noch gar nicht viel reingelesen.
00:37:03: Also ich bin auf die schon gestoßen, da hab' ich mich mit dem Thema moral-moralisches Verhalten und Sucht
00:37:09: beschäftigt.".
00:37:11: Weil das ging, es ist ein total spannender Geschichte gewesen.
00:37:13: Es ging darum ... dass ein Klient mich, sorry, einen Hörer vom Psychoaktiv gefragt hat hey Steffi kannst du mal was dazu machen ob mich meine Suchterkrankung in sich traumatisiert hat also die Erfahrung sucht krank zu sein ob das in mir ein Trauma ausgelöst hat.
00:37:31: Ist das überhaupt ein Ding?
00:37:32: Also einfach rein informativ und ich fand die Frage furchtbar spannend.
00:37:35: Ich fand sie sehr spannend gerade weil ja auch der Traumabegreif viel genutzt wird.
00:37:39: Und ich habe mich aber auch gefragt, so auf der einen Seite klar kann ich mir gut vorstellen dass eine schwere Erkrankung erstmal traumatisieren das Erlebnis ist?
00:37:48: Keine Frage!
00:37:50: Bringt mir das was.
00:37:51: also ist es schon das einzige was so ne Erklärung sein kann.
00:37:54: und dann hab' ich so mal ein bisschen gedacht, weil im Prinzip ist das eine Frage die man nicht perfekt beantworten kann sondern höchstens Hypothesen aufziehen kann.
00:38:03: Und dann bin ich auf ein Text von Hannah Picard gestoßen.
00:38:07: oder ging es um Moral in der Sucht.
00:38:12: Da ging's auch um diese spannende Frage, gibt es überhaupt moralisches Verhalten in der sucht?
00:38:19: Aus ihrer Studie da gab's so'n ganz krasses Zitat die hat eben Menschen befreit gemeint Es gibt keine Morale in der Sochte.
00:38:25: Ich weiß nicht also ob ich dem so zustelle das ist sehr extrem macht aber es ging darum dass du eine gewisse Moralverschiebung in der viele, nicht alle.
00:38:35: Zum Beispiel ich mache jetzt mein einfaches Beispiel, sagen wir mal für mich ist völlig klar dass ich nicht stehle und das ich das nicht klau und dann bin ich aber in meiner Erkrankung und ein Partyserkrankungen ist ja natürlich dass sich irgendwie großen Druck verspüre mir die Substanz zu beschaffen und wenn ich nicht das nötige Geld dafür habe, dass sie es irgendwann beschaffen muss.
00:38:55: Und man fängt man an mit zu spagaten!
00:38:57: Es fängt so langsam an mit... Ich leise mir von einem Kumpel der eh viel Geld hat und weiß, dass ich ihm nichts zurückzahlen kann und versuche dann sozusagen einen Gedankenbrücke aufzubauen damit ich meine Werte und meine Moralen damit nicht verletzt habe.
00:39:12: Also zum Beispiel er hat ja eh so viel Geld ist okay wenn ich damals zwanzig Euro nehme und trotzdem is mein Nüchter in der Grundwerke aber ich stehle nicht.
00:39:20: Also ich bin eine ehrliche Person.
00:39:22: Und dann fängt man an sich aufgrund der Erkrankungen, auf Grunderstruktur und das zu machen Spagate zu überlegen die sozusagen versuchen wieder eine innerliche Konkurrenz herzustellen in den Wertekomplexen, den wir trotzdem haben, der aber halt nicht mehr funktioniert mit den häufig erschwerten Bedingungen aufgrund einer Erkrankung.
00:39:41: Es kommt zu einer Moralverschiebung.
00:39:43: Menschen in Suchterkrankung verschieben die Moral werden sie vielleicht nüchtern nach einer Zeit lang.
00:39:51: Und dann kommt es zu etwas, das fand ich eine ganz interessante also ist noch ganz früh.
00:39:54: in der Forschung geht er in die Richtung Hypothesen rein dass es etwas gibt das nennt sich Moral Injury.
00:40:00: Das hat man bis jetzt abmaßgeblich an Soldaten erforscht, wo du ja auch eine ganz krasse Moralverletzung innerhalb der Kriegseinsätze hast.
00:40:07: Dass sie nach Hause kommen und dass die moralische Verletzung zu einem moralischen Schmerz führt.
00:40:12: Weil die Werte und die Moral, die man sich grundlegend geeinigt hat, die eben nicht aufrechterhaltbar waren auf der Situation?
00:40:19: Und die Frage sozusagen ob das auch bei Suchterfall ist finde ich eine extremst interessante weil wir... Ich weiß nicht wie es bei deinen Klienten ist aber ich kann das bei mehreren meinen Klientern machen.
00:40:29: Die Scham und die Schuld, die sie fühlen ja auch aus einer gewissen moralischen Verletzung herkommt.
00:40:34: Weil sie sagen, ich hab doch... Die verlieren ja nicht ihr Selbstverständnis.
00:40:38: Dass die auch immer noch in sich tragen das aber halt verdeckt und verzettelt wurde aufgrund der Erkrankung Und dann bist du plötzlich wieder nüchst Dann schaust auf deine Zeit zurück und es kann rauskommen ein gewisser moralischer Schmerz weil Ich meine Werte so doll verletzt habe.
00:40:53: Das fand ich einfach eine interessante tiefergehende Sichtweise.
00:40:56: nochmal Auf das ganze weil klar wir haben natürlich auch In der Verhalten Therapie da unsere Konzepte mit Charme und Schuld umzugehen vielleicht auch mal über moral und moralisches Verhalten.
00:41:07: Und was das ausmacht, darüber nachzudenken, fand ich in dem Kontext total hilfreich dann nochmal eine Perspektive zu erweitern.
00:41:13: Dass du da sozusagen nach zwei Jahren vielleicht noch einen Schmerz empfindest demgegenüber abgesehen davon dass vielleicht das in Sicht traumatisch war das Ereignis aber auch einfach aufgrund des Selbstverlustes.
00:41:25: Aufgrund der moralischen Verletzung und des moralischen Schmerzes der sich daraus entwickelt Genau, und das war mein erster Kontakt mit Hannah Picard.
00:41:33: Fand ich unfassbar spannend!
00:41:36: Das sind Puzzleteile die ich einfach unfassbar gerne in meinem Puzzle hinzufüge.
00:41:39: Ich weiß noch nicht den richtigen Platz so... ...das ist jetzt kein fertiges Konzept wo ich sage und daraus leite ich die und die therapeutische Intervention ab absolut nicht sondern ist einfach ein weiteres Puzzleteil der Komplexität auf die Art und Weise, wie man eben das Phänomen Suchterkrankungen betrachten kann.
00:41:57: Und mal gucken was sich da Schritt für Schritt draus entwickelt und es hat mir auf jeden Fall sehr hohes Interesse gegeben, mal bisschen in den philosophischen Bereich rein zu gucken, was es dazu sucht gibt.
00:42:07: Eine sehr gute Freundin von mir studiert auch Philosophie und die habe ich gefragt, okay wie gehe ich das denn an?
00:42:12: Wenn ich mich dafür interessiere um meine Philosophen bin.
00:42:14: Und sie hat mir dann auch ein Buch empfohlen weil es sind so Sammelbände die es wohl in der Philosophies gibt zu den unterschiedlichsten Themen.
00:42:22: Da hat sie mir den Link dazu geschickt.
00:42:23: zur Addiction und wer war der Herausgeber?
00:42:25: Hannah Picard!
00:42:26: Habe ich erst mal
00:42:26: voll gefreut
00:42:27: weil ich dachte hey die Kettik Genau.
00:42:33: und deswegen, das wird glaube ich so mein neues Hobby-Thema.
00:42:36: Ich habe mich jetzt also aktuell bin noch beim Thema existenzielle Psychotherapie hängen geblieben dass sich auf die Suchtherapie übertrage Und wenn ich damit fertig bin dann geht es in die Philosophie.
00:42:46: Obwohl existenzielles Psychotherapies schon sehr philosophisch ist muss man auch sagen
00:42:52: Ich muss nach wahrscheinlich heute noch recherchieren.
00:42:55: zu Picard so diesen spannenden philosophischen Themen.
00:43:00: Und es gibt ja auch so wertegeleitete Psychotherapie, zum Beispiel die Dialektisch-Bihavoriale Therapie, die DBT ursprünglich entwickelt, glaube ich in den Achtzigern von Marschalinde hin zur Behandlung der sogenannten Borderline Persönlichkeitstörung oder emotional instabilierend Persönlichkeitsstörungen.
00:43:17: Da gibt es auch die Act and Commitment Therapie kurz ACT, glaub' ich ACT.
00:43:26: Acceptance Commitment Therapie, die auch Werte beleitet ist und wo ein Teil der Therapie quasi darin besteht.
00:43:34: Auch diese Werte für sich zu definieren klarzubekommen.
00:43:37: Und spannend ist wir sind ja soziale Wesen das hast du finde ich gerade aus so schön beschrieben dass es einmal werte für mich selbst gibt.
00:43:45: Die wiederum sind aber auch zu lesen in einem gesellschaftlichen Kontext.
00:43:49: und was wenn ich im Rahmen von kriegerischen Auseinandersetzungen oder anderen diese Werte so verletze oder diese so gestört sind ein so großer Riss da ist, dass ich in meinem Alltag irgendwann immer wieder ausgelöst durch bestimmte Menschen Gespräche Situation etc.
00:44:06: Diese Risse dieser wunden spüre und Scham und Schuld die Folge davon sind.
00:44:12: Und Scham-und-Schuld is ja so ein riesen Ding eigentlich eine Sache die immer irgendwo mitschwingt bei psychischen Belastungen, bei psychiatrischen Krankheitsbildern schattigen dunklen Lebensphasen.
00:44:26: Immer oder so, oder häufig zumindest und super spannend dem Ganzen auch sozusagen philosophisch auf den Grund zu gehen finde ich.
00:44:35: also danke für diese Inspiration.
00:44:37: Picard.
00:44:38: nicht nur kommt nicht nur bei Star Trek vor Captain Picard fährt mir das mal ein ja blöder wird es.
00:44:44: Ich kenne gar
00:44:45: kein Star Trek leider.
00:44:47: Also ich habe es auch erst vor kurzem kennengelernt.
00:44:50: Oh, sehr gut.
00:44:51: Es gibt ja Checkies gegen Star Wars Fans und so aber das genau lieber mal in einer anderen Folge oder so.
00:44:57: Und mega spannend!
00:44:58: Vielen vielen Dank für die Inspirationen.
00:45:00: Ich finde
00:45:01: halt auch gerade also... Die Interesse der Philosophie kommt auch ein bisschen weil ich finde die Entstand da wo der Frust ... der klinischen Debatte, weil mir zu groß wurde.
00:45:15: Also so die Diskussion zwischen zieloffener Suchttherapie oder abstinenzbasierter Suchtherapie... Was ist besser?
00:45:23: Und ich glaube es geht darum... Ah!
00:45:27: Ich merke diese klinische Debatte, die ist wichtig zu führen und ich werde sie weiterführen.
00:45:32: Aber die Argumente, die da vorgebracht haben sind dann halt teilweise auch sehr mechanisch oder empfinde ich als sehr mechanischer.
00:45:38: Und da finde ich einfach die Philosophische herangehensweise eine großartige Ergänzung, weil sie mein Horizont auch dahingehend noch mal erweitert und vielleicht auch ein neues Sicht auf diese Debatte macht.
00:45:48: Weil die Philosofie im besten Sinne ja erst einmal nicht mit irgendwelchen Dokumen an daran geht so gut böse sondern die sollen ja versuchen das so zu erforschen.
00:45:57: So verstehe ich auf jeden Fall für die Philosophy.
00:45:58: Ich bin überhaupt keine Philosophin.
00:46:00: Das wird ein neues Feld.
00:46:00: was sich erstreite
00:46:02: und
00:46:05: ich glaube es ist ne gute Ergätzung da mal ein bisschen seine Augen zu aufzumachen
00:46:09: finde ich auch, und auch wenn man es kombiniert mit Soziologie oder sociologischen Fragestellungen.
00:46:17: Weil hast du zufällig mal gehört von dem Buch das lese ich gerade in der Bahn die Dopamin-Nationen von Dr.
00:46:27: Anna Lemke?
00:46:28: Wollte ich noch lesen steht auf meiner endlosen Leselistin.
00:46:33: Sehr cool!
00:46:34: Ich kenne die endlose Leselisten oder Bücher, die irgendwo aufgestapelt liegen und noch nicht gelesen sind.
00:46:40: Manchmal sogar eingepackt.
00:46:41: Dafür gibt es auch ein japanisches Wort richtig?
00:46:43: Ich habe es nur leider vergessen.
00:46:45: Ich kenne Substapel ungelesener Bücher!
00:46:49: Das gefällt mir ja.
00:46:51: Und hier in Hamburg haben wir auch das Subfahren auf der Elbe.
00:46:54: Heißt das auch so?
00:46:55: Das Teil des Worts?
00:46:57: Ja genau.
00:46:59: Vielleicht
00:47:00: kannst du ja deinen Sub abarbeiten beim Subfahren...
00:47:05: Ich hatte für Content, Creation quasi für meinen Arbeitgeber.
00:47:10: Hatte mich eine Userin oder Leserin sozusagen darauf hingewiesen dass ich psychotisch immer falsch ausgesprochen habe.
00:47:20: und da war sie nicht alleine es waren drei viele Leute.
00:47:22: Und erst da ist mir aufgefallen das ich mein ganzes Leben lang möglicherweise psychotische falls auch falsch aus gesprochen habe.
00:47:32: Platt ausgesprochen und schnell.
00:47:34: Und scharf, psychotisch möglicherweise auch in unserer Folge Stefan.
00:47:38: Aber das
00:47:38: habe ich schon sehr häufig gehört.
00:47:40: also ich dachte ja vielleicht... Ich meine ich bin Frankin!
00:47:42: Ich sage manche Sachen schon einfach anders aufgrund meines Dialekts ne?
00:47:47: Also sei es von den Betonungen her oder so was.. Ich hab zum Beispiel auch immer Chemie anstatt Chemie gesagt weil ich mir irgendwann mal umgewöhnt weil ich schon in meinem Podcast versuche einen gewissen Heuruch-Deutschen Standard zu bekommen aber deswegen finde Das ist nie schlimm, weil ich bestimmt auch viele Sachen seltsam sage.
00:48:05: Mich beruhigt das und ich finde es macht die Welt ein Stück wundere und ein Stück weit greifbarer sozusagen.
00:48:11: Die Doppamin-Nation Professorin Anna Lemke wobei auf dem Buch Dr.
00:48:16: Anna Lemkes steht hat mich gefragt warum?
00:48:19: Naja auf jeden Fall lese ich das gerade und das begeistert mich ziemlich.
00:48:22: Die nimmt quasi den Bodenstoff Dopamin auseinander.
00:48:25: wir haben ja Dopamin spielt eine große Rolle in unserem Suchtgedächtnis und unserem Nervensystem, in der Neurobiologie des Menschen an sich.
00:48:35: Und da habe ich mich gefragt, Dopaminministerium?
00:48:42: Schule müsste es nicht auch einfach eine größere Rolle spielen, dass man den ganzen Mechanismus des Dopamins wirklich soziologisch-philosophisch gesamtgesellschaftlich versteht.
00:48:55: Ich hatte mir auch gedacht, ist nicht in einem überspitzen Sinne auch das Dasein von MilliardärInnen.
00:49:05: Also des Anhäufen von Geld eine Form von Sucht eventuell wo Dopavinerolle spielt.
00:49:12: und da muss ich immer denken an den Drachen Smok bei beim Hobbit.
00:49:16: Wenn wir nicht ganz sicher, wo der Zwergenkönig ist, ist es Smok?
00:49:20: Oh Gott oder kriege ich den jetzt durch ein Tüdel!
00:49:23: Der Drache.
00:49:23: Und da gibt es auch einen Zwergkönig, der irgendwann nicht mehr den Schatz verlassen kann und quasi eine Art Krankheit verfällt weil er den Arken steigen glaube ich auch in diesem Schatz gefunden hat.
00:49:37: oder so oh Gott die Herr der Ringe-Fans oder Hobbit-Fanz mögen wir das vergeben.
00:49:40: aber ich nehme das immer als schönes Beispiel jetzt auch für meine Kinder wenn ich merke so zwei Eis reichen nicht ist muss noch ein drittes sein viertes und wird noch ein.
00:49:49: Gumbibär Hat ja auch was mit Dopamin zu tun, wann ist es endlich genug etc.
00:49:55: Meine Frage in Wiewand beschäftigt dich Dopamin A bei deiner Arbeit?
00:50:00: In deinem Arbeitsalltag und B auch gesellschaftlich philosophisch?
00:50:05: Also das Thema Dopamin ist erstmal unter dem Aspekt wichtig dass es immer noch so häufig als das Glückshormon gesehen wird.
00:50:13: Das stimmt gar nicht, das quatscht!
00:50:15: Es ist unser Motivationsneurotransmitter.
00:50:18: also es sorgt dafür dass wir überhaupt in die Gänge kommen und Dinge tun.
00:50:28: Es gibt zwei Seiten in mich, ich bin immer sehr interessiert an neurobiologischen Erklärungen.
00:50:36: Ich habe aber auch das Gefühl dass es manchmal auch als Verkürzung genutzt wird wenn man sehr komplexe Zusammenhänge die eben sozial, psychologisch, physiologisch ganz bunt zusammenhängen zu versuchen.
00:50:49: Aber am liebsten hätten wir so eine eins-null Antwort über Neurotransmitter und dann ist die Sache geregelt.
00:50:53: Also ein Versuch, sich die Komplexität der Natur unter den Nagel zu reißen und erklärbar zu machen.
00:51:00: Und wir wissen ja einfach ganz viel aus unserem Gehirn noch nicht.
00:51:03: Wir sind da weiterhin in der Forschung und umso wilder finde ich das immer wieder Sachen rein auf neurobiologische Konzepte reduziert werden.
00:51:11: Suchtgedächtnis, das beste Beispiel dafür.
00:51:14: Suchtedächtnis ist ein Konzept, dass mit ganz unterschiedlichen Theorien unterfüttert wird und es ist halt am Ende eine Metapher den mal unterschiedliche Hypothesen zuordnen können, nicht mehr und nicht weniger.
00:51:26: Und was halt manchmal daraus wird ist es gibt ein unlöschbares Suchtgedächtnis das sich dein Leben lang begleitet, was ja absoluter Quatsch is'.
00:51:33: So ne?
00:51:33: Und gleichzeitig ist es für viele die hilfreiche Metapher ich will da gar nicht so negativ drüber reden um halt so craving-und craving empfinden nachzuwischen... Was
00:51:43: ist das doch gleich?
00:51:44: Entschuldige!
00:51:45: Craving, was ist das noch gleich für die...?
00:51:47: Ah,
00:51:47: crave!
00:51:49: Starkes Verlangen starkes Verlangen, dass vielleicht manchmal wir aus dem Nichts kommen.
00:51:52: Also mit einem Suchtgedächtnis um das jetzt mal verkürzt zu sagen geht es ja im Prinzip darum, dass sich ein Craving einen Sucht verlangen, sich an unterschiedliche Emotionen Situationen Gerüche knüpft.
00:52:05: und immer wenn ich zum Beispiel ganz gesagt die Parkbank sehe weil ich immer auf einer Parkbank mein Alkohol getrunken habe kommt ein gewisses Craving hervorgetreten und das wird eben durch so eine Neutralen Reiz, irgendwas was man vielleicht gar nicht auf dem Schirm hat ausgelöst.
00:52:21: Ist eine sehr verkürzte Erklärung.
00:52:23: Die ganze Neurobiologische noch ein bisschen komplexer erklären und dafür kann es eine hilfreiche Metapher sein.
00:52:29: ich nutze den Begriff gar nicht mehr weil der einfach so vorbelastet ist mit Entgültigkeit für die es keine Beweise gibt.
00:52:36: Es gibt Menschen die erleben lang tatsächlich starken Suchtdruck erleben auch in den unterschiedlichen Gründen und es gibt unfassbar viele Menschen bei denen das nicht zu isst Und Menschen mit Zuchterkrankungen auch so einen lebenslangen Weg zu der Vorsicht zu schicken.
00:52:53: Der Rückfall lauert an jeder Ecke, finde ich nicht sehr hilfreich und ist nicht meine therapeutische Haltung.
00:52:59: Kurzer Schwenk zum Suchtgedächtnis!
00:53:01: Da stimme ich dir voll zu.
00:53:03: So habe ich leider auch eine Zeit lang gearbeitet, was ich quasi gesagt hab... Nee, passen Sie auf?
00:53:09: Das Hochgedächtnis, das bleibt ein Leben lang bestehen und deswegen muss auch dieser Abhängigkeitsdiagnose in Leben lang im Brief stehen etc.
00:53:15: Und zum Glück sind wir davon abgekommen weil es einfach de facto falsch ist so wie du gesagt hast.
00:53:19: ne?
00:53:19: Da muss man ganz individuell schauen!
00:53:21: Und da kann man wer vertiefend sich dazu informieren möchte, kann ich auch sehr empfehlen.
00:53:26: eine Folge bei dir Stefan, die in deinem Podcast richtig ist doch gar nicht so alt.
00:53:30: vor zwei drei vier Folgen meine Ich war.
00:53:32: das Thema
00:53:34: Kann sein.
00:53:35: Ich habe auf jeden Fall zu neurobiologie der sucht gemacht ist die folge?
00:53:40: steht es hier drauf.
00:53:40: ich hatte nicht.
00:53:41: ja.
00:53:42: Also, ich hab eine das findet man sucht einer krankung des gehörns habe ich mal gemacht Wo's eben genau darum geht wo die neurobiologischen veränderungen der suchter klärt weil die sind da.
00:53:51: Die will ich auch überhaupt nicht leugnen.
00:53:53: bitte mich nicht falsch verstehen.
00:53:54: allerdings bin ich kein Fan davon daraus, ein Horrorszenario zu machen.
00:54:00: Und ich auf eine sehr ressourcenorientierte und stärke orientierte und zuversichtsorientierte Haltung auch bei der Behandlung von Sucht drauf poche.
00:54:09: Ich keine großen Gewinnerin finde das so streng zur Hand haben.
00:54:12: andere Menschen hilft es total ihre lebenslange Abstinenz aufrecht zu erhalten.
00:54:17: Es ist auch total wichtig dass es vielleicht Therapeuten gibt die da sich strikt auch an genau diese Szenarien narrative halten weil für viele Menschen das auch den Rahmen gibt, denen sie brauchen um das zu verändern.
00:54:29: Und ich bin halt die richtige Therapeuten für diejenigen, die aus sich selbst sozusagen ihren Konzept herausentwickeln wollen.
00:54:37: Also ich will diesen Karbenkampf, den es gibt nicht weiter aufbauen.
00:54:43: Ich finde ihn so schrecklich.
00:54:45: deswegen versuche ich mich in meiner Kommunikation auch eine Sensibilität dafür zu schaffen dass viele Ansätze und diverses Angebot das Perfekte ist für diverse Klienten, die ja alle individuell vielleicht auch ein bisschen eine andere Handlung brauchen.
00:55:02: Deswegen ist es großartig dass es vielleicht Menschen gibt, die sehr stier abstinent basiert arbeiten.
00:55:07: und dann geht's es auch großartigt, dass es Menschen gibt die Stier zieloffen arbeiten.
00:55:12: oder kann jeder sich das Angebot raussuchen?
00:55:14: Ja genau ich finde auch beide Konzepte irgendwie wichtig das anzubieten vorhalten zu können und vielleicht sogar bestenfalls in einer Person vereint So individuell auf den Patienten oder behilfesuchende zugeschnitten in gewisser Weise.
00:55:31: Viele meiner Klienten sind abstinent geworden, obwohl es keine Voraussetzungen war für den Prozess.
00:55:36: und das ist aber aus ihnen heraus entstanden und nicht aus meiner Vorgabe und darin empfinde ich gerade auch die Magie des Prozesses ein bisschen pathetisch zu werden, dass sich wirklich aus einem raus entwickelt in die Richtung, die für einen persönlich richtig ist.
00:55:53: Bei Sucht geht es ja auch viel um Autonomie.
00:55:55: Das heißt, einen autonomen eigenen Heilungsprozess für sich zu bestimmen ist halt einfach sehr wichtig für eine gewisse Nachhaltigkeit.
00:56:01: Aber ich springe noch mal zu deiner Ursprungsfrage zurück.
00:56:04: zum Thema Dopamin.
00:56:06: Ich glaube wir sind ja in einer sehr dopaminen getriebene Gesellschaft geworden.
00:56:10: gerade aus dem Kontext von Kapitalismus höher schneller weiter leisten leisten leisten
00:56:17: der große Spaß
00:56:22: Kontext von Social Media etc.
00:56:24: ist ja wirklich eine sehr Dopamin gesteuerte Gesellschaft rausgeworden, immer zum nächsten Kick irgendwie zu gucken wie kann ich mir noch die bessere zufrieden?
00:56:35: Also es geht ja da ein Prinzip darum wie kann das mit meinem Dopamin, des Jagd im Prinzip den Endokannabinoiden und Opioiden hinterher also diesem schönen Wohlfühlgefühl, dass wir ausstoßen wenn irgendwas Tolles passiert?
00:56:50: Und ich habe auch das Gefühl, dass es ein bisschen Teil des Problems ist.
00:56:55: Dass wir immer mehr losgelöster sind von Natur und Umwelt.
00:57:00: Unser Leben ist halt höher besser weiter und hat nicht mehr so viel Zeit für langsamen Genuss.
00:57:08: Ich mich schon auch immer fragt wie kommen wir wieder zu einer Entschleunigung?
00:57:14: Ja, also mehr Verbundenheit zur Natur und Umwelt.
00:57:17: Und vor allem auch zu Gesellschaft.
00:57:18: Wir kommen wieder mehr zum Thema Community.
00:57:21: Dass wir unsere Nachbarn kennen, dass wir den Hallo sagen... Ich habe jetzt so was Neues, das ich schon mal erzählt in einem Podcast, dass ich eine Regel mir aufgestellt habe.
00:57:32: Immer wenn ich das Haus verlasse muss es einen Plausch geben!
00:57:35: Und jetzt plausche ich mit fremden Leuten, so wie es immer auf dem Dorf gemacht habe und gemerkt hat dass ich wahnsinnig das vermisse.
00:57:41: Im Dorf habe ich den Vorteil da kenne ich die Leute alle wenigstens Aufblick.
00:57:44: aber ich hab gemerkt es geht auch in der Stadt ganz wunderbar zum Beispiel indem man keine Kopfhörer mehr trägt und ich laufe jetzt nicht Leute random an Man kann ja das so antesten.
00:57:54: So man sitzt neben der Bahn und sagt, ganz schön heiß, oder?
00:57:58: Und dann sieht man sofort ob die Person neben einen Lust hat darauf einzugehen oder nur nickt und sich die Kopfhörer anschaltet.
00:58:04: Das ist so eine schöne kleine Gespräche auch entstanden.
00:58:08: Dieses Gefühl von Gemeinschaft und Verbundenheit zur Umwelt und die Zufriedenheit, die daraus entsteht finde ich ganz fantastisch!
00:58:20: einen Freund von mir vom Fußball, der zu Corona-Zeiten morgens sich immer zur Aufgabe gemacht hatte.
00:58:29: Als ersten Akt, glaube ich auf dem Weg zur Maloche, zur Arbeit eine Freundin oder jemand aus der Familie anzurufen und zu telefonieren was er vorher nicht so gemacht hat.
00:58:37: Was hat er jeden Tag gemacht durchgezogen?
00:58:39: Und am Ende quasi sein soziales Netzwerk gestärkt in Anfangszeichen.
00:58:44: Das fand ich auch irgendwie schön.
00:58:45: geht es ein bisschen in deine Richtung?
00:58:49: Wolltet dich noch fragen in diesem Zusammenhang?
00:58:52: Ressourcen, Dinge dir gut tun.
00:58:54: Du hattest von Puzzlen erzählt, du hattst auch vom Weltreisen erzählt, vom Campen ein zweimal kurz berichtet oder angeschnitten und wir haben es von deinem Bücherstapel gehört.
00:59:05: Was gibt dir in deinem Leben Kraft, Stefanie?
00:59:09: Oder waren das schon die wesentlichen?
00:59:11: Ich glaube, die meiste Kraft, glaube ich wirklich gute enge soziale Beziehungen.
00:59:17: Also ich bin schon immer, ich tue mir sehr schwer mit... also ich habe meine Freunde die ich habe sind in der Regel sehr eng.
00:59:26: Wo man sich sehr viel austauscht und sich viel trifft, viel quatscht.
00:59:30: Ich hab meine designierten Freunde mit denen auch den ganzen Tag so schreibe über einen Tag rüber Und mein Partner natürlich, der da ist und meine Familie und meine Brüder.
00:59:42: Das ist so was, das mir wirklich Kraft gibt, dieses Gefühl nicht alleine zu sein sondern in einem guten stützenden schönen positiven Netzwerk wo einem wirklich ehrlich etwas aneinander liegt, wo es auch mal einen Streit gibt, wo's auch mal Kritik gibt und dass aber möglich ist.
00:59:59: also auch das finde ich total wichtig.
01:00:02: Das ist was, was ich zum Beispiel in ... Ich hatte immer sehr viel Angst vor Streit und Konflikt.
01:00:06: Ich hab das sehr doller auf mich als Gesamtperson bezogen.
01:00:09: Es war großes Lernfeld für mich zu sagen, ich habe mich blöd verhalten und bin trotzdem okay.
01:00:17: Das war auf jeden Fall etwas, was sich lernen durfte.
01:00:20: Und du kannst jetzt sagen, nachdem ich das gut gelernt hab, dass gerade auch in den Konflikten malzugehen, wenn es notwendig ist.
01:00:26: Wir sind nicht sehr konfliktreich!
01:00:29: Aber das auch immer wieder zu erleben, Konflikt geben darf und dass man deswegen die Bindung auch nicht verliert.
01:00:36: Find ich so, weil war ist etwas extrem kraftgewolltes gibt mir Sicherheit so und das finde ich sehr wichtig.
01:00:45: Streiträume richtig Räume in dem man wertschätzen wird an einer streiten kann.
01:00:51: wir dürfen uns unein sein zu verschiedensten gesellschaftlichen Themen.
01:00:54: Wichtig ist nur, dass wir gewisse moralische ethische Grundregeln beachten.
01:00:59: oder Ein Raum, in dem wir streiten.
01:01:01: In dem wir Hartmut Rosa, würde ich sagen, Resonieren ist wieder.
01:01:06: Das wird ja auch noch mal nachschlagen.
01:01:08: Resonanz erzeugen dürfen, indem wir mit schwingen dürfen in einer Gesellschaft für dich so wichtig und dass diesem Raum das wir dafür kämpfen für diese Räume.
01:01:19: Absolut!
01:01:19: Und auch eine gewisse Amiguitätstoleranz aushalten zu lernen also... Ich bewege mich ja wirklich in, also kommen wir auch gerne mal wieder auf die Suchtforschung zurück oder das Suchtfeld.
01:01:29: Ich beweg mich hier wirklich in beiden Welten.
01:01:31: ich komme, ich habe gute Verbindungen zu stationären Angeboten, die eine ganz klare Absinenzorientierung haben und die sicherlich in vielen Punkten nicht meiner Meinung sind oder gerade aus meiner Haltung haben.
01:01:41: und trotzdem kommen wir großartig zurecht und ich bin auch viel im Akzeptanzbereich Unterwegs, die viel eher was mit meiner Haltung anfangen können und das aber auch auszuhalten dass es halt unterschiedliche Meinungen gibt.
01:01:54: Und ist das was ich sage?
01:01:55: Ich mag diesen Krabenkampf nicht weil ich finde das ist nicht ein Raum für progressive einzigtsreiche Konflikte sondern Es ist ein Ego gehabe.
01:02:09: wer hat das bessere?
01:02:11: So und gerade bei Themen wo es um Menschen, Menschenleben und Realitäten gibt absolut unangebracht.
01:02:19: Und... Deswegen heißt es aber nicht, dass wir keine Konfliktungen.
01:02:22: Deswegen heißt das nicht, ich mich abschotte weil ich sage mein Kernansatz ist zieloffen und deswegen kann ich nicht mehr mit Leuten die nicht dieser Meinung sind reden sondern man sucht die Gemeinsamkeiten, sucht sich erstmal den Common Ground und da gibt's in der Regel so viel.
01:02:35: Sei es irgendwie eine ähnliche Therapeutsche Haltung, Intvention.
01:02:39: Allein irgendwie schon trifft man sich viel im Hilfebereich in der Fürsorgepflicht für seine Klientinnen und wirklich in der Motivation, bestmöglichste Behandlungen bekommen.
01:02:51: Und die kann ja unterschiedlich ausschauen, also da kann man sich ja in sich wieder anderer Meinung sein.
01:02:56: aber diese Haltung wäre dann schon mal ein Common Ground dass wir wissen wir diskutieren hier erstmal auf der gleichen Grundlage Wir wollen das Beste für betroffene Menschen und davon gehen wir jetzt halt los und schauen Mal wo wir uns kappeln und wo wir weitere Gemeinsamkeiten finden.
01:03:09: und dieser Amiguritätszolland davon gibt es immer weniger habe ich das Gefühl gerade auch wie es politisch gerade auch zugeht Und ich finde es natürlich auch schrecklich und schwierig, aber natürlich mache ich mir immer viel Gedanken darüber wie man irgendwie im Kontakt bleibt.
01:03:24: Wie man über schwierige Themen spricht... Wie man... Ja!
01:03:29: Punkt also ne?
01:03:31: Wie bleibt man im Kontakt und nicht immer mehr abschotten bloß weil die eine Person eine andere Meinung hat als sich selbst?
01:03:37: Ja das heißt wir brauchen mehr Begegnungsräume und wenn wir mehr Begehtungsräumen haben für Jung-Für Alt Und dazwischen sozusagen, dann haben wir auch mehr Räume potenziell für Streit.
01:03:52: Sofern wir uns an bestimmte Grundprinzipien halten und wir dürfen anderer Meinung sein und wenn ich andere Meinung bin als zum Beispiel einer Suchtherapeuten, dann heißt es nicht dass ich falsch bin.
01:04:01: Ich bin immer noch richtig.
01:04:03: Hattest du gesagt in einem anderen Kontext?
01:04:06: Und hast Du für unsere ZuhörerInnen... Ich weiß das ist auch manchmal eine Lage Psychotherapie brauchen kann oder lange Zeit braucht, vielleicht so ein Skill wie man möglicherweise einen Schlüssel.
01:04:19: Wie man es schaffen kann sich zu verinnerlichen dass man richtig ist auch wenn man streitet und wenn man anderer Meinung ist oder wenn man mal ein Fehler macht, wenn man zu imposit reagiert whatever.
01:04:34: Also das finde ich ist halt den Punkt dem man eigentlich auf der individuellen Ebene nur ganz begrenzt lösen kann.
01:04:41: also ich hatte selbst eine Therapie sechs, sieben Jahre her wo ich zwei Jahre in Therapie war.
01:04:46: Das hat tatsächlich den Grundstein definitiv dafür gelegt.
01:04:49: aber wenn es darum geht zu merken das Streit keinen Beziehungsabbruch bedeutet.
01:04:56: Darum ging's ja bei mir brauchst du Menschen mit denen du gestritten hast und dann gelernt hast dass das kein Beziehung Abbruch war.
01:05:04: Und das ist halt schlicht weg.
01:05:05: wir versuchen hier immer ganz viel irgendwie auf der individuellen Ebene zu lösen.
01:05:10: Aber wie will ich denn Beziehungen auf einer individuellen Ebene lösen?
01:05:13: Das ist ja auch gerade das Schöne, die Magie an Gruppentherapie und auch an stationären Aufhalten, wo man mehr im Kontakt ist.
01:05:20: Und aber die Möglichkeit hat es therapeutisch zu reflektieren!
01:05:23: Weil... Wie ich in einer Gesellschaft und in einer Gemeinschaft funktioniere, das lerne ich in der Gesellschaft und Gemeinsschaft immer wieder auf individuelle Ebene zu versuchen etwas zu bekommen was man nur durch soziale Interaktion eigentlich bekommen kann ist halt so ein bisschen fehlgeleitet.
01:05:39: und es ist auch gerade in unserer sehr immer mehr sich individualisierenden Welt baut sich diese Vorstellung dann doch finde ich schon immer weiter auf, aber im Grunde ist das etwas was man in Beziehung lernt.
01:05:51: Wenn man jetzt beim Therapie bleibt vielleicht in der Therapie lernt wenn man merkt man kommt dreimal zu spät aber die Therapeutin hat deswegen Die Therapie immer noch nicht abgebrochen und steht einem wohlwollend entgegen.
01:06:03: Das ist ja gerade dieser Aspekt der Beziehungsgestaltung zwischen Therapeut und Klient, die ganz viel eben auch ausmacht der Therapie, dass man das in dem Kontext lernt.
01:06:12: Und sonst ist es aber... Aber grade wenn's um soziale Ebene gibt, das lernt man im Sozialen!
01:06:18: Das finde ich so wichtig was du gerade gesagt hast.
01:06:22: Sollte ich hier mit schreiben sozusagen oder die Show not stellen?
01:06:26: Und vielleicht ist es noch wichtig, um das Beispiel der Psychotherapie zu erwähnen.
01:06:30: Dass dann ja auch mal von den Therapeuten in Frage gestellt werden darf, eventuell je nach Beziehungsebene, je nach Situation... Ist es der Patientinnen und Patienten wichtig, zu kommen?
01:06:42: Oder ist es irgendwie so ein Ding, dass es irgendwie egal ist?
01:06:46: oder ist es vielleicht eher Teil des Problems?
01:06:48: Ich bin trotzdem da und mache ein Beziehungsangebot Auch wenn zum dritten Mal die Therapie vergessen wurde, eine Stunde vergessen wurde.
01:06:55: Irgendwas Schlimmes passiert es
01:06:56: etc.,
01:06:57: und für das ein ganz schönes Beispiel.
01:06:59: Beziehung kann kleben, kann verbinden... Und dann hattest du auch deutlich gemacht, dass braucht Begegnung!
01:07:08: Es braucht soziale Interaktion als Raum für Resonanz, für Lernerfahrungen.
01:07:14: Und bestimmte Dinge kann ich nur in der sozialen Interaktionen lernen.
01:07:17: Und je weniger Begegungsräume ich habe, desto weniger lerne ich.
01:07:21: je weniger ich in einem bunten vielseitigen Umfeld lebe, desto weniger Lernmöglichkeiten habe ich potenziell.
01:07:28: Je mehr ich in einer kleinen Bubble immer nur unterwegs bin, destu weniger Raum für neue Erfahrungen, für Überraschung und für Zauber wenn man so möchte.
01:07:35: um es wieder etwas pathetischer dort ist vorhin das Wort Magie bedient zu haben oder?
01:07:41: Und vielleicht ist ja auch ein Problem in unserer Gesellschaft dass wir nicht unbedingt unzählige kleine Bubbles gibt vom Fußballverein, über die Schulklasse.
01:07:54: Über mein Hobby, den ich nachgehe und ein anderes Hobby oder meine Balloche, die Arbeit
01:07:59: usw.,
01:07:59: es gibt so viele unzählige kleine Bubbles.
01:08:02: Und vielleicht ist nicht das Problem die Tatsache dass es diese Bubbles gibt und dass ich als Individuum mich in meinen ganzen kleinen Bubbles immer hin- und herbewege sondern Problem besteht vielleicht dann wenn eben Menschen nicht mehr in der Lage sind eine kleine Bubble zu verlassen und sich einzulassen auf Streit auf Austausch
01:08:22: und Residenz.
01:08:24: Ich merke
01:08:24: das auch gerade voll, weil ich sitze jetzt schon seit über einem Jahr im Homeoffice und ich hatte kein Homeoffices während Corona.
01:08:31: Das heißt für mich ist es eine neue Erfahrung seit ich eben selbstständig bin.
01:08:34: Drogenberatung durfte ich zum Glück weiterarbeiten.
01:08:40: Ich merke jetzt nach einem Jahr, was das ausmacht diese fehlende soziale Interaktion.
01:08:45: Man wird so ein bisschen unsicherer.
01:08:47: ich merke dass mir der Bauch ein bisschen mehr krummel sozusagen vorher wenn es auf eine Konferenz geht weil man sozusagen sozial entwöhnt.
01:08:54: also ich empfinde es als soziale Entwöhnung und Gerade im Arbeitskontext.
01:09:00: Ich hatte auch eine Kollegin und meine Klienten, die über den ganzen Tag kamen.
01:09:05: Also ich hatte immer direkte soziale Interaktion.
01:09:09: Und das habe ich ... Ich hab im sozialen Bereich gearbeitet.
01:09:11: Das ist einfach ein Arbeitsfeld, wo du sehr viel soziale interaktion hast.
01:09:14: Jetzt habe ich aber das erste Mal in meinem Leben... ...das Gegenteil davon!
01:09:20: Und merke krass es gibt so etwas wie ne soziale Entführung.
01:09:23: Ich empfinde es auf jeden Fall so und merke, dass dadurch soziale Begegnungen sich so ein bisschen mehr gruseliger anfühlen.
01:09:32: So einfach... Ich bin schon eh immer so ein bisschen schüchtern und verunsichert, war schon immer so wenn ich in neue soziale Situationen komme.
01:09:41: Das wird stärker!
01:09:42: Es ist alles noch mal so ein kleiner innerer Motivationsmonolog mehr nötig und dann genieße ich es auch immer.
01:09:49: und das funktioniert auch super.
01:09:51: aber ich merke dass die Tendenz des Rückzugs sich stärkt durch die Gewöhnung, dass ich hier einfach den ganzen Tag wie ihr mich jetzt gerade seht wenn ihr das Video schaut hier sitze Me, myself and I und fertig!
01:10:06: Das heißt man muss diesen Muskel auch trainieren.
01:10:09: Soziale Interaktion wenn man sich den... Ja es ist total spannend also nicht nur als Lernerfahrung und Austauschraum sondern auch ein Muskel dem man trainieren muss.
01:10:20: und wenn man den nicht trainiert was wirklicherweise einen Prozess beschreibt der unsere Gesellschaft aktuell die gesellschaftlichen Diskurs im Viderlei Hinsicht kennzeichnen würde dann droht man Gefahr mehr Angst zu entwickeln, Misstrauerschaft zu werden und weniger zu lernen.
01:10:43: Das wiederum fällt mir gerade nur spontan ein, beschreibt auch Aladin Mavaralani, ein Soziologe der sich viel mit dem Schulwesen auseinandersetzt.
01:10:52: in seinem aktuellen
01:10:53: Buch
01:10:55: Mistraunsgesellschaft heißt das glaube ich vielleicht aber auch anders.
01:10:58: es geht so bisschen in die Richtung.
01:11:00: Und Stefanie, nur weil wir auch bei Bücher vorhin waren und beim Streiten.
01:11:04: Ich wollte unbedingt einmal nicht unerwähnt lassen das Svenja Flasphöhler.
01:11:10: Ja genau, Svenja flaspöhler Philosophen ein... ich hoffe sie ist, genau ich meine sie ist Philosophin in eine tolle Schriftstellerin und die hat einen Buch rausgebracht mit dem Titel Streiten Das ist noch relativ jung!
01:11:24: Nur so als, falls jemand sich da vertiefen möchte an der Thematik und genau für unsere Zuhörerinnen.
01:11:33: Und wo wir bei diesen beiden Büchern sind, du liest gerne!
01:11:38: Und Lesen war für dich, Stefanie auch ein wichtiger Bestandteil auf deiner Weltreise.
01:11:44: Ich krieg's nicht mehr ganz zusammen.
01:11:45: Wir haben davor zwei, drei Wochen drüber geschnackt und ich fand das irgendwie so schön wie du es beschrieben hast und wie sich dein Leseverhalten verändert hat und welche Rolle Lesend in deinem Alter gespielt hat.
01:11:56: Magst du das einmal kurz?
01:11:58: Total gerne, also es ist so.
01:12:01: ich habe als Jugendliche und als Kind super viel und super gern gelesen.
01:12:05: Und ich hatte in dem Prozess wo ich immer mehr Streby wurde sage ich mal mich auch Unter Druck gesetzt.
01:12:14: Das muss ich gar nicht schönreden und dachte immer so, alles was mir mein Wissen nicht anreichert ist nicht richtig.
01:12:22: Und dann habe ich mir immer nur Sachbücher gekauft.
01:12:26: Man kann seinen Kopf nicht endlos füllen.
01:12:28: Das ist absolut wild wenn man das versuchen möchte.
01:12:31: Dann habe ich jahrelang nicht viel gelesen oder halt wendern im Urlaub.
01:12:36: Als ich meinen Job gekündigt habe kurz vor der Weltreise, habe ich wieder das Lesen angefangen.
01:12:42: Mein erstes Buch, das kleine Schloss in Schottland.
01:12:46: Richtiger Kitsch!
01:12:46: Meine Güte... Es gab kein Problem was nicht in einer Seite wieder gelöst war.
01:12:51: es war herrlich.
01:12:54: Es war so niedrigschwelliges Brainfood.
01:12:58: Das war toll.
01:12:59: also man saß nicht vor der Klotze aber hatte eine richtig schöne Seichte Seichten-Input.
01:13:06: Und aktuell lese ich den Radetzki-Marsch, das ist nicht so ein seichter Input.
01:13:10: aber ich versuche sozusagen keinen Anspruch auf mein Leseverhalten mehr zu setzen sondern einfach eine gute Zeit zu haben.
01:13:18: und es heißt auch dass ich ab und zu mal ein Klassiker lese.
01:13:21: Aber nach dem Klassika kommen dann auf jeden Fall erstmal wieder einen Thriller.
01:13:24: oder das kleine Café in Prag Anik wasch, das hieß gar nicht.
01:13:28: Oder doch, ich hieß es als kleine Kaffeeprag.
01:13:32: Das war richtig stumpf!
01:13:34: Das kleine Kaffee am Ende der Welt?
01:13:36: Nee, das meine ich nicht.
01:13:38: Es gibt jetzt ganz viele so schöne Urlaubsgeschichte mit verschiedenen Städten und so daherkommen.
01:13:46: Und die lese ich manchmal total.
01:13:47: Die kann ich nicht zu viel lesen aber ist auch ganz fantastisch.
01:13:50: Auf meiner Weltreise habe ich dann... Ich bin von Deutschland nach Malaysia gefahren Und habe in jedem Land, in dem ich war versuchten, lokalen Autor zu lesen.
01:14:00: Das hat sich als deutlich schwerer herausgestellt als gedacht und da habe ich das Privileg des Lesens nochmal ganz anders reflektiert weil ich ehrlich gesagt noch nie tiefer drüber nachgedacht habe.
01:14:12: A wie unfassbar wichtig es ist dass dein Land oder der Sprache gute Übersetzer in andere Sprachen hat.
01:14:20: Aufgefallen ist mir das zum Beispiel, dass es hat den Literaturpreis gewonnen.
01:14:24: Es war ein vulgarisches Buch und da ging's im Vorwort extrem viel darum, dass die Übersetzerin ja so einen tollen Job geleistet hat und das nur mit guten Übersetsern.
01:14:34: überhaupt die Kunst in einer Sprache, die nicht so groß ist wie vulgarisch überhaupt eine Möglichkeit hat auf dem internationalen Markt.
01:14:40: Ich habe noch nie darüber nachgedacht weil Wir halt viel übersetzen, so Deutsch ist eine relativ große Sprache.
01:14:48: Wir haben unfassbar viele Übersetzer in vielen Sprachen aber wenn du zum Beispiel deine vulgarische Kunst ins Ausland irgendwie transportieren musst und du auch sehr komplex schreibst brauchst du einen extrem guten Übersetzer.
01:15:03: Das sind so Dinge.
01:15:05: oder ich könnte mir meine Hypothese, ich weiß überhaupt nicht ob das stimmt.
01:15:09: Aber ich habe mich gefragt Sind Schweden Krimis in Deutschland deswegen so erfolgreich?
01:15:14: Weil es so viele gute Übersetzer gibt schwedisch-deutsch Weiß ich nicht.
01:15:20: Aber das war so.
01:15:21: mal.
01:15:21: darüber, habe ich irgendwann vor meinem Camper nachgedacht ob der Erfolg von... Ich finde Schwedenkrimis fantastisch!
01:15:26: Sie haben einen ganz besonderen Stil aber warum sind sie in Deutschland so gut durchgekommen?
01:15:30: und vielleicht liegt es an sehr guten Übersetzern von schwedischen ins Deutsche?
01:15:34: Ich weiß ihr seid absolute Hypothese aber das war irgendwie so.
01:15:39: gestanke der mir den Quartext kam.
01:15:41: Ich kann mir total gut vorstellen, dass das eine wichtige Rolle spielt.
01:15:45: Die Kunst des Übersetzens bei einem Werk, dass der Zauber auch überspringen schon wieder, so ein Zaubern wäre da doch ein Ziel für diese Folge.
01:15:52: aber... Kannst du uns Schwedenkrimi empfehlen?
01:15:58: Hast du dann noch einen im Kopf für unsere Zuhörer in, wenn nicht es überhaupt nicht
01:16:04: schlimm ist?
01:16:05: Ja!
01:16:05: Den verschlinge ich, der kam jetzt halt auch erst als Netflix-Serie.
01:16:11: Und ich habe ja schon gesagt ... Warte mal, ich muss kurz googeln!
01:16:16: Ich bin so schlecht mit Namen.
01:16:18: Ist das der junge Valanda oder so ähnlich?
01:16:21: Nee, das ist wahrscheinlich...
01:16:22: Valanda sagt mir aber auch schon was die Aremorde.
01:16:27: Ah, Die
01:16:28: Aremorde?!
01:16:29: Genau, so hieß es mit dem Netflix und des Buchs dazu hieß aber anders Ah, genau.
01:16:39: Das ist Vivika Stehn und das ist zum Beispiel Lügennebel heißt eins auf Deutsch und das erste heißt Kalt und Still.
01:16:51: Großartig.
01:16:52: Also das ist so was... Lügen-Nebel.
01:16:55: Lügen Nebelblutbose, genau es sind mehrere.
01:16:58: Es ist ein richtiges Buch wo man sozusagen zwei Tage abtaucht bis es fertig ist.
01:17:02: Danke für die beiden Tipps schon mal.
01:17:04: Und finde es so schön, dass du dir auch die Mühe gemacht hast, lokale AutorInnen zu lesen.
01:17:09: und du hast so recht was ich auch dachte als du erzählt hast ja es kommt irgendwie schon darauf an das bestimmte Sprachschätze, Geschichtsschätze Literaturschätze dieser Welt erst allen zugänglich werden wenn es übersetzt wird.
01:17:25: und da für mich auch die philosophische Frage nochmal braucht ist eine einheitliche Sprache weltweit oder es ist nicht eher total schön auch ein riesen kultureller Schatz, dass wir so viele verschiedene Sprachen, Dialekte etc.
01:17:40: haben?
01:17:41: und kennst du dieses Gefühl
01:17:43: das
01:17:44: man manchmal auch denkt so krass?
01:17:45: es gibt alleine schon an Neuerscheinungen jedes Jahr in Deutschland oder auch weltweit was Literatur angeht?
01:17:51: Es gibt so viele Schätze die da draußen möglicherweise auf einen warten und es könnte sein, dass eine bestimmte Auswahl ein bestimmter Kanon individualisiert auf dich zum Beispiel Stefan, die zugeschnitten das Leben nochmal auf so eine ganz andere Ebene heben kann.
01:18:03: So ein bisschen verzaubern kann und eine Magie entfalten kann.
01:18:07: Und die würde ich nicht haben wenn ich am Ende diese Bücher nicht gelesen habe.
01:18:13: Gibt es Bücher?
01:18:14: Die man am Ende ja
01:18:16: dem kann ich nur zuschauen irgendwie so lesen kann auf so ne ganz besondere Art deinen Alltag so interessant einfärben durch das Eintauchen in Geschichten ist einfach ganz fantastisch
01:18:31: Und so schön gesagt und gibt es am Ende Bücher, die du weiter empfehlen wirst.
01:18:37: Wo du denkst ja komm das müsste jeder einmal im Leben gelesen haben.
01:18:42: Das würdest du wahrscheinlich nicht verlangen.
01:18:44: So wie ich dich kennenlernen durfte.
01:18:46: aber wenn du die Chance hättest und dürftest sagen Leute dass ihr das müsst ihr alle lesen.
01:18:53: Am ende darf niemand gehen von dieser Welt ohne dieses Buch gelesen zu haben.
01:18:57: welches mehr das vielleicht?
01:19:00: Das finde ich so schwer, weil das bleiben ja immer ein paar Bücher hängen jedes Jahr.
01:19:06: Die irgendwie die Bestreads des Jahres werden.
01:19:09: aber ich finde auch Geschmack ist so unterschiedlich und ich finde so Buchempfehlungen und da sind wir wieder auf Druck und Gegendrucks sozusagen.
01:19:21: Welches Buch empfehle ich denn?
01:19:22: Ich hatte mit Herr der Ringe echt eine gute Zeit.
01:19:24: Das habe ich tatsächlich erst letztes Jahr gelesen, das war ganz besonders für mich.
01:19:28: irgendwie dann doch die Erfahrung nochmal zu machen hat mir wieder die Fantasy Welt eröffnet.
01:19:32: für jemanden, der damit nichts anfangen kann ist auch okay.
01:19:37: Ja voll.
01:19:38: Voll.
01:19:39: Ja
01:19:39: Schatz!
01:19:39: Mit Blick auf die Uhr.
01:19:43: Du musst los.
01:19:43: Einmal
01:19:43: abmoderieren.
01:19:45: Wir moderieren ab.
01:19:46: Voll.
01:19:46: vielen Dank Stefanier es hat mir einen riesigen Spaß gemacht.
01:19:50: Ich hab noch so viele Fragen an dich, die ich hoffentlich in irgendeiner anderen Folge mal platzieren darf.
01:19:56: Danke für die Motivation und deine Arbeit, für deine Inspiration!
01:19:59: Und dir einen wirklich, wirklich schönen
01:20:01: Tag noch!
01:20:03: Danke, Josch, es war voll schön heute hier zu sein um dir zu plauschen.
01:20:06: Immer wenn wir uns sehen, sprudelt ihr einfach auf uns heraus.
01:20:09: Ich genieße's so mit dir zu quatschen... ...ich hoffe dass wir uns bald auch einfach mal im Live-Szenar fällt mir ein.
01:20:15: Ich bin dieses Jahr auf dem Suchtkongress in Hamburg.
01:20:20: Dann müssen wir uns sehen, das wär ja großartig.
01:20:22: Das kriegen wir hin auf jeden Fall!
01:20:25: Am Ende war's mir ein Fest, liebe Stefanie und bis hoffentlich ganz bald vielleicht in Hamburg oder woanders.
01:20:30: Bis bald!
01:20:30: Bis dann, tschüss!
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